This article has been translated from English to German.

Yield Chasing ist, wenn eine Zentralbank die Zinsen niedrig oder sogar ins Minus drückt.

Die aktuelle Geldpolitik der Zentralbank ist in der Regel eine Nullzinspolitik („ZIRP“) oder eine Negativzinspolitik („NIRP“).

Wegen der ZIRP oder NIRP sind die Renditen von festverzinslichen Staatsanleihen zu niedrig, sodass Investoren höhere Renditen suchen und in andere, viel riskantere Finanzanlagen „renditejagen“.

In einer etwas anspruchsvolleren Sprache sagen Verhaltensökonomen, dass wir uns fast immer für die schlechte Wette entscheiden, wenn wir die Wahl zwischen einem sicheren Verlust und einer schlechten Wette haben.

Sie gehen aber nicht weiter und erklären, dass wir uns nicht gerne eingestehen, eine schlechte Wette eingegangen zu sein, sodass wir sehr empfänglich für zweifelhafte Narrative sind, die die grundsätzlich schlechte Wette in eine gute verwandeln.

Die Renditejäger, die riskante Anleihen kaufen, um zusätzliche Renditen über die negativen oder niedrigen Zinsen für sichere Anleihen hinaus zu erzielen, verbreiten die Erzählung, dass das Kreditrisiko tatsächlich geringer sei als üblich.

In der Ölindustrie haben sie beispielsweise die spekulative Hypothese aufgegriffen, dass die Ölpreise dauerhaft hoch bleiben würden.

Wenn sie ihre Renditen durch das Eingehen von Wechselkursrisiken steigern, reden sie sich ein, dass die Wechselkursschwankungen ungewöhnlich gering bleiben werden.

An den Aktien- und Immobilienmärkten haben wir viel von „there is nowhere else to go” oder„TINA”gehört, aber rational betrachtet würde der Einzelne wissen, dass die Preise bereits die Verzweiflung der Anleger widerspiegeln, die von einer Zinsflaute betroffen sind.

Hier kommen Finanzingenieure ins Spiel.

Die Aufgabe eines Finanzingenieurs besteht darin, die Kapitalstruktur von Unternehmen so zu gestalten, dass die scheinbaren Renditen in einem steigenden Aktienmarkt gesteigert werden.

In solchen Krisenzeiten boomt die Nachfrage nach ihren Diensten.

Ihre wichtigste Technik besteht darin, die Verschuldung zu erhöhen und dies so gut wie möglich zu verschleiern (Investoren mit Zinsmangel sind dafür besonders anfällig).

Die Folge ist eine zunehmende finanzielle Anfälligkeit, die mit den sich anhäufenden Fehlinvestitionen einhergeht.

Selbst die Renditejäger fürchten insgeheim einen Zusammenbruch, aber sie reden sich ein, dass dies kurzfristig nicht passieren kann.