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Aus dem Protokoll der Juli-Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve geht hervor, dass die meisten Vertreter die Inflationsrisiken als größeres Problem ansahen als eine mögliche Abschwächung des Arbeitsmarktes. Die Diskussion wurde von dem durch Zölle bedingten Preisdruck dominiert, obwohl zwei Gouverneure sich für eine Zinssenkung aussprachen.

Dem Protokoll zufolgesahdie Mehrheit der 18 anwesenden Entscheidungsträger„das Risiko einer steigenden Inflation als das größere der beiden Risiken an,während einige die Risiken als ausgeglichen betrachteten und nur wenige den Bedenken hinsichtlich der Beschäftigung Vorrang einräumten.

Dies geschah trotz der ersten doppelten Ablehnung seit 1993, als die Gouverneure Christopher Waller und Michelle Bowman gegen die Entscheidung zur Beibehaltung der Zinsen stimmten und stattdessen eine Senkung des Leitzinses durch den Offenmarktausschuss der US-Notenbank bevorzugten.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Inflationsrisiken dominierten: Die Mehrheit der Teilnehmer sah das Risiko einer steigenden Inflation als größeres Problem als die Risiken für die Beschäftigung an, wobei mehrere betonten, dass die Inflation über einen längeren Zeitraum 2 % überschritten habe.
  • Zollunsicherheit bleibt bestehen: Die Teilnehmer waren der Meinung, dass weiterhin erhebliche Unsicherheit über den Zeitpunkt, das Ausmaß und die Dauer der Auswirkungen der diesjährigen Zölle auf die Inflation bestehe.
  • Historische Meinungsverschiedenheit: Die Gouverneure Waller und Bowman stimmten beide für eine Senkung um 25 Basispunkte, was die erste doppelte Ablehnung seit 1993 darstellt.
  • Bedenken hinsichtlich der Weitergabe: Mehrere Teilnehmer gingen davon aus, dass viele Unternehmen die Zollkosten im Laufe der Zeit zunehmend an ihre Endkunden weitergeben müssten.
  • Politik könnte weniger restriktiv sein: Mehrere Teilnehmer merkten an, dass der aktuelle Zielkorridor möglicherweise nicht weit über dem neutralen Niveau liege, was darauf hindeute, dass die Geldpolitik weniger restriktiv sein könnte als bisher angenommen.

Link zum offiziellen Protokoll der FOMC-Sitzung (Juli 2025)

Die Fed-Vertreter waren besonders besorgt über die anhaltenden Auswirkungen der Zölle. Einige Teilnehmer merkten an, dass zollbezogene Faktoren, darunter Störungen der Lieferketten, zu einer hartnäckig erhöhten Inflation führen könnten und dass es schwierig sein könnte, zollbedingte Preisanstiege von Veränderungen der zugrunde liegenden Trendinflation zu unterscheiden.

Mit Blick auf die Zukunft wiesen die Teilnehmer darauf hin, dass der Ausschuss vor schwierigen Abwägungen stehen könnte, wenn sich die erhöhte Inflation als hartnäckiger erweisen sollte, während sich die Aussichten für den Arbeitsmarkt abschwächen.

Markt-Reaktion:

US-Dollar gegenüber wichtigen Währungen: 5-Minuten-Chart

Overlay of USD vs. Major Currencies

Überlagerung des USD gegenüber den wichtigsten Währungen, Grafik von TradingView

Der Dollar gab zum Londoner Handelsschluss nach, festigte sich aber wieder, nachdem das Fed-Protokoll eine stärkere Fokussierung auf die Inflation signalisierte. Die meisten wichtigen Währungspaare verzeichneten solide Gewinne, wobei USD/JPY leicht zulegte. Die Bewegungen verliefen ohne die starken Schwankungen, die oft auf Überraschungen der Fed folgen, was darauf hindeutet, dass sich die Märkte bereits auf einen hawkischen Ton eingestellt hatten.

Die verhaltene Reaktion dürfte mehrere Gründe haben: Die Händler hatten sich bereits auf Inflationssorgen eingestellt, das Protokoll war angesichts der schwachen Juli-Arbeitsmarktdaten etwas veraltet und vor der Rede von Powell in Jackson Hole am Freitag bleibt die Lage angespannt.

Der Dollar konnte die meisten seiner Gewinne nach dem FOMC-Protokoll während der Sitzung halten, beendete den Tag jedoch gegenüber dem Franken, dem Yen und einem relativ festen Euro schwächer.