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Die Bank of Japan hat im Juli ihren Leitzins einstimmig bei 0,5 % belassen und gleichzeitig ihre Inflationsprognose für das Geschäftsjahr 2025 angehoben, weil sie das jüngste Handelsabkommen Japans mit den USA vorsichtig optimistisch sieht.
Die wichtigsten Punkte aus der Ankündigung der BOJ vom Juli 2025:
Zinsentscheidung:
- Die BOJ hat den Leitzins einstimmig bei 0,5 %belassen – dem höchsten Stand seit 2008.
- Die Entscheidung unterstützt den vorsichtigen Ansatz der Zentralbank zur weiteren Normalisierung der Geldpolitik.
- Gouverneur Kazuo Ueda betonte, dass die Bank die Zinsen „im Einklang mit der Verbesserung der Wirtschafts- und Preisentwicklung” weiter anheben werde.
Vierteljährlicher Ausblick:
- Inflationsprognose angehoben: Der Verbraucherpreisindex (ohne frische Lebensmittel) wird für das Geschäftsjahr 2025 auf 2,5–3,0 % geschätzt, gegenüber zuvor 2,0–2,3 %.
- BIP-Prognosen unverändert: Die Prognose für das reale BIP-Wachstum für das Geschäftsjahr 2025 bleibt bei +0,6 % im Median
- Mittelfristige Aussichten: Die zugrunde liegende Inflation dürfte in der zweiten Hälfte des Prognosezeitraums ein Niveau erreichen, das „im Großen und Ganzen mit dem Preisstabilitätsziel vereinbar ist“.
Der vierteljährliche Ausblick der japanischen Zentralbank hebt hervor, dass sich die Wirtschaft trotz einer gewissen Schwäche bei den Exporten und der Industrieproduktion moderat erholt, da die Unternehmensgewinne weiter steigen und die Stimmung in der Wirtschaft gut ist.
Außerdem sind die politischen Entscheidungsträger der Meinung, dass der private Konsum dank besserer Beschäftigungsbedingungen trotz steigender Preise robust bleibt. Schließlich wird erwartet, dass der Arbeitsmarkt angespannt bleibt und die Nominallöhne wahrscheinlich weiter steigen werden.
Link zum offiziellen vierteljährlichen Ausblickbericht der BOJ (Juli 2025)
Die BOJ-Vertreter wiesen jedoch auch auf mehrere Risiken für ihren Ausblick hin, darunter potenzielle Abwärtsrisiken für das Wachstum aufgrund der sich entwickelnden globalen Handelspolitik, die zu einer Konjunkturabkühlung bei anderen Handelspartnern führen könnte. Sie sagten außerdem voraus, dass der jüngste Anstieg der Lebensmittelpreise nachlassen und die zugrunde liegende Inflation weiterhin schwach bleiben könnte.
Während der Pressekonferenz bekräftigte BOJ-Gouverneur Ueda die Pläne, die Zinsen weiter anzuheben, solange „die Wirtschaft und die Preise sich im Einklang mit unseren Prognosen entwickeln“. Dennoch schlug er in Bezug auf die Handelspolitik und die Inflation einen ausgewogenen Ton an.
Ueda merkte an, dass die Unsicherheit aufgrund des Handelsabkommens Japans mit den USA „zurückgegangen“ sei, dass aber „die Auswirkungen der deutlich erhöhten US-Zölle auf die Wirtschaft noch unklar sind“. Außerdem betonte er, wie wichtig es ist, den „Zyklus von steigenden Löhnen und Inflation“ aufrechtzuerhalten, und erklärte, dass Entscheidungen über eine Straffung davon abhängen werden, wie wahrscheinlich es ist, dass die zugrunde liegende Inflation das Ziel von 2 % erreicht.
Link zur Pressekonferenz der BOJ (Juli 2025)
Marktreaktionen
Japanischer Yen gegenüber wichtigen Währungen: 5 Minuten

Überlagerung des JPY-Kurses gegenüber den wichtigsten Währungen, Chart von TradingView
Der Yen, der vor der Entscheidung der BOJ schon stärker geworden war, legte nach der Ankündigung und den besseren Inflationsprognosen erst mal zu. Aber bis zur Pressekonferenz von Gouverneur Ueda gab er einen Teil seiner Gewinne wieder ab.
Obwohl der Zentralbankchef während der Pressekonferenz einen ausgewogenen Ton anschlug, schwächte sich der JPY nach der Veranstaltung auf breiter Front ab, da sich die Händler wahrscheinlich auf die Abwärtsrisiken für das Wachstum und die Inflationsaussichten konzentrierten. Der Yen verzeichnete gegenüber dem AUD (-0,38 %) und dem NZD (-0,31 %) starke Verluste, während er gegenüber dem CAD (-0,11 %) und dem GBP (-0,16 %) wenige Stunden nach Uedas Äußerungen nur geringe Verluste hinnehmen musste.