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Die Verbraucherpreisinflation in Kanada ist im Juniauf 1,9 % im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, nach 1,7 % im Mai, was genau den Erwartungen der Analysten entspricht.

Die Kerninflation blieb dagegen hartnäckig bei etwa 3 % und verringerte damit die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung durch die Bank of Canada (BOC) bei ihrer Sitzung am 30. Juli.

Hier sind die wichtigsten Punkte aus dem CPI-Bericht für Juni:

  • Der Gesamt-VPI stieg im Juni um 1,9 % gegenüber dem Vorjahr (nach 1,7 % im Mai) und um 0,1 % gegenüber dem Vormonat.
  • Der Kern-CPI-Median stieg auf 3,1 % (von 3,0 %), der CPI-Trim blieb bei 3,0 %.
  • Die annualisierte Kerninflation stieg auf 3,5 % und damit auf den höchsten Stand seit sechs Monaten.
  • Die Inflation bei langlebigen Gütern beschleunigte sich aufgrund der Auswirkungen der Zölle auf 2,7 % im Jahresvergleich.
  • Die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung am 30. Juli sank auf unter 10 %.

Der Anstieg der Gesamtinflation war vor allem auf einen geringeren Rückgang der Benzinpreise (-13,4 % gegenüber -15,5 % im Mai) und einen schnelleren Preisanstieg bei langlebigen Gütern zurückzuführen.

Die Preise für Personenkraftwagen stiegen um 4,1 % gegenüber dem Vorjahr, wobei Gebrauchtwagen den ersten Anstieg seit 18 Monaten verzeichneten (+1,7 %). Die Möbelpreise stiegen um 3,3 %, während Bekleidung und Schuhe um 2,0 % zulegten, da die Unternehmen die höheren Kosten aufgrund der Zollunsicherheit weitergaben.

Die Lebensmittelinflation schwächte sich etwas ab, wobei die Preise für Lebensmittel von 3,3 % auf 2,8 % zurückgingen, unterstützt durch einen Rückgang der Preise für frisches Gemüse um 3,1 % im Jahresvergleich – der erste Rückgang seit Oktober 2021.

Link zum kanadischen Verbraucherpreisindex für Juni

Die Veröffentlichung dieser Woche bringt die BOC in eine Zwickmühle zwischen einer warmen Inflationsrate und einem warmen Inflationswert. Die Kerninflation liegt immer noch hartnäckig bei etwa 3 % und damit deutlich über der Komfortzone der Bank, auch wenn die Gesamtwirtschaft Anzeichen einer Abkühlung zeigt. Die Wohnkosten sinken, allerdings nur allmählich, und liegen nun bei 2,9 %.

Die Kombination aus erhöhter Kerninflation, starkem Beschäftigungswachstum und anhaltender Unsicherheit hinsichtlich der US-Handelspolitik erschwert die nächste Entscheidung der BOC. Kanadische Vergeltungszölle auf US-Importe erhöhen den Druck, insbesondere auf langlebige Güter, und machen es den politischen Entscheidungsträgern schwerer, eine weitere Zinssenkung zu rechtfertigen.

Damit eine Senkung im September überhaupt in Frage kommt, müssten die Märkte entweder einen deutlichen Rückgang der Kerninflation oder einen starken Konjunkturabschwächung sehen, was nach den aktuellen Daten aber nicht wahrscheinlich ist.

Bis dahin kann die BOC vorsichtig bleiben und auf klarere Anzeichen dafür warten, dass die Inflation wieder auf Kurs ist.

Kanadischer Dollar gegenüber wichtigen Währungen: 5 Minuten

Overlay of CAD Pairs vs. Major Currencies

Überlagerung von CAD-Paaren gegenüber wichtigen Währungen Chart von TradingView

Der kanadische Dollar schwächte sich nach der Veröffentlichung des Verbraucherpreisindexes ab, erholte sich jedoch schnell wieder, da sich die Händler auf die hartnäckige Kerninflation konzentrierten. Die Anleiherenditen stiegen sprunghaft an, wobei die 10-jährige Rendite um 9,6 Basispunkte auf 3,615 % stieg, den höchsten Stand seit Juli letzten Jahres.

Die Wende kam, als die Märkte über die Schlagzeilen hinausblickten und sich auf die hartnäckigen Kernkennzahlen konzentrierten. Der Kern-VPI blieb nahe 3 %, und der Anteil der VPI-Komponenten, die über 3 % lagen, stieg von 37 % auf 39 % – ein Problem für Gouverneur Macklem und sein Team.

Hinzu kam der starke Arbeitsmarktbericht für Juni, der 83.000 neue Arbeitsplätze auswies, sodass die Idee einer Zinssenkung im Juli schnell verworfen wurde. Die Händler senkten ihre Erwartungen, und die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung am 30. Juli sank von 14 % auf nur noch 5 %.

Der Loonie holte gegenüber den meisten wichtigen Währungen wieder auf, außer gegenüber dem US-Dollar, der dank steigender Renditen für Staatsanleihen und schwindender Hoffnungen auf eine Zinssenkung durch die Fed seinen Vorsprung halten konnte.