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Groß angelegte Ankäufe von Vermögenswerten (LSAPs), oft als „quantitative Lockerung“ bezeichnet, sind ein geldpolitisches Instrument, das von Zentralbanken eingesetzt wird, um die Geldmenge zu erhöhen und die Wirtschaft anzukurbeln.

Dabei kauft die Zentralbank große Mengen von Vermögenswerten, wie zum Beispiel Staatsanleihen, von Banken und anderen Finanzinstituten. Das erhöht die Geldmenge im Umlauf und macht Kredite für Banken billiger.

Während die Zentralbanken zur Steuerung von Konjunkturschwankungen weiterhin auf herkömmliche geldpolitische Instrumente wie Zinsanpassungen zurückgreifen, werden LSAPs eingesetzt, wenn traditionelle Maßnahmen nicht ausreichen, beispielsweise in Zeiten einer wirtschaftlichen Rezession oder einer Finanzkrise.

Was sind umfangreiche Wertpapierkäufe (LSAPs)?

LSAPs sind eine Form der unkonventionellen Geldpolitik, bei der die Federal Reserve große Mengen von Finanzanlagen wie Staatsanleihen und hypothekenbesicherte Wertpapiere kauft, um die Wirtschaft anzukurbeln.

Diese Strategie zielt darauf ab, die langfristigen Zinsen zu senken, die Geldmenge zu erhöhen und die allgemeinen finanziellen Rahmenbedingungen zu verbessern, um das Wirtschaftswachstum und die Beschäftigung anzukurbeln.

Was sind Beispiele für groß angelegte Ankäufe von Vermögenswerten (LSAPs)?

Die US-Notenbank hat Ende 2008 als Reaktion auf die globale Finanzkrise mit LSAPs begonnen. Die Fed kaufte Vermögenswerte im Wert von insgesamt 4,5 Billionen US-Dollar, darunter hypothekenbesicherte Wertpapiere und Staatsanleihen. Das Programm trug erfolgreich zur Stabilisierung des Finanzsystems und zur Förderung der wirtschaftlichen Erholung bei.

Die Europäische Zentralbank hat 2014 als Reaktion auf die Konjunkturabschwächung in der Eurozone ebenfalls LSAPs eingeführt. Die EZB kaufte Vermögenswerte im Gesamtwert von 2,6 Billionen Euro, darunter Staatsanleihen und Unternehmensanleihen. Das Programm trug erfolgreich dazu bei, das Wirtschaftswachstum in der Eurozone anzukurbeln.

Ein aktuelles Beispiel für LSAPs sind die Maßnahmen während der COVID-19-Pandemie. Im März 2020 kündigte die US-Notenbank Federal Reserve als Reaktion auf die durch die Pandemie verursachten wirtschaftlichen Turbulenzen eine Reihe von Notfallmaßnahmen an, darunter LSAPs, um die Finanzmärkte zu stabilisieren und die US-Wirtschaft zu stützen.

Die Fed sagte zu, unbegrenzt US-Staatsanleihen und hypothekenbesicherte Wertpapiere zu kaufen, um das reibungslose Funktionieren dieser Märkte zu gewährleisten und die Kreditkosten für Haushalte und Unternehmen niedrig zu halten.

Diese Maßnahmen sollten eine schwere Kreditklemme verhindern, die wirtschaftliche Erholung fördern und die allgemeine Finanzstabilität in einer Zeit beispielloser Unsicherheit aufrechterhalten.

So funktionieren LSAPs

Wenn die Federal Reserve LSAPs durchführt, kauft sie Finanzanlagen auf dem offenen Markt, in der Regel von Banken und anderen Finanzinstituten.

Diese Käufe erhöhen die Gesamtgeldmenge, da die Finanzinstitute im Austausch für die an die Fed verkauften Vermögenswerte mehr Bargeld erhalten.

Dieser Geldzufluss kann zu niedrigeren Zinsen führen, da die Banken mehr Mittel für die Kreditvergabe zur Verfügung haben und die Kreditaufnahme günstiger wird.

Durch die Ausrichtung auf langfristige Zinsen können LSAPs einen direkteren Einfluss auf die Wirtschaft haben.

Niedrigere langfristige Zinsen ermutigen Unternehmen und Verbraucher, Kredite für Investitionen und Ausgaben aufzunehmen, was das Wirtschaftswachstum ankurbeln kann.

Außerdem können LSAPs die Funktionsweise der Finanzmärkte verbessern, indem sie Liquidität bereitstellen und die Vermögenspreise stützen.

Die Auswirkungen von LSAPs auf die Wirtschaft

LSAPs wurden in Zeiten schwerer wirtschaftlicher Belastungen eingesetzt, wenn herkömmliche geldpolitische Instrumente nicht mehr wirksam waren.

Die bekanntesten Beispiele für den Einsatz von LSAPs waren die globale Finanzkrise von 2008 und die COVID-19-Pandemie.

  • Ankurbelung des Wirtschaftswachstums: LSAPs tragen dazu bei, die langfristigen Zinsen zu senken, wodurch Kredite für Unternehmen und Verbraucher attraktiver werden. Diese erhöhte Kreditaufnahme kann zu höheren Ausgaben und Investitionen führen, was wiederum das Wirtschaftswachstum ankurbelt.
  • Unterstützung der Finanzmärkte: Durch den Kauf großer Mengen von Finanzanlagen kann die Fed den Märkten dringend benötigte Liquidität zur Verfügung stellen und die Vermögenspreise stabilisieren. Diese Unterstützung kann dazu beitragen, das Vertrauen in das Finanzsystem wiederherzustellen und weitere Marktstörungen zu verhindern.
  • Ergänzung der konventionellen Geldpolitik: Wenn die kurzfristigen Zinsen gegen Null gehen (ZIRP), kann die Federal Reserve die Wirtschaft mit herkömmlichen Mitteln nur noch begrenzt ankurbeln. LSAPs bieten in solchen Zeiten ein alternatives Instrument zur Förderung der wirtschaftlichen Erholung.

Umfangreiche Wertpapierkäufe, auch quantitative Lockerung genannt, haben sich in Zeiten der Wirtschaftskrise als wichtiges Instrument der Federal Reserve erwiesen.

Durch den Kauf von Finanzaktiva in großem Umfang kann die Fed die langfristigen Zinsen senken, das Wirtschaftswachstum ankurbeln und die Stabilität der Finanzmärkte unterstützen.

LSAPs sind ein umstrittenes politisches Instrument. Einige Ökonomen sagen, dass sie die Wirtschaft gut ankurbeln, andere meinen, dass sie riskant sind und zu Inflation führen könnten.

Zwar sind LSAPs nicht ohne potenzielle Risiken wie Inflation oder Vermögensblasen, doch hat sich ihr Einsatz als wesentlicher Bestandteil der Strategie der Fed zur Bewältigung schwerer wirtschaftlicher Krisen erwiesen.