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Die Verbraucherpreisinflation im Vereinigten Königreich ist im November stark auf 3,2 % im Jahresvergleich gesunken, was deutlich unter den Markterwartungen von 3,5 % liegt und den niedrigsten Wert seit März 2025 darstellt.

Der stärker als erwartete Rückgang war auf sinkende Lebensmittelpreise und niedrigere Kosten für Alkohol und Tabak zurückzuführen, wobei niedrigere Bekleidungspreise den disinflationären Trend noch verstärkten, da die Rabatte am Black Friday im gesamten Einzelhandel zunahmen.

Die schwachen Zahlen beseitigten im Wesentlichen alle verbleibenden Unsicherheiten hinsichtlich einer Zinssenkung durch die Bank of England (BOE) bei ihrer Sitzung am Donnerstag, sodass die Märkte nun eine Wahrscheinlichkeit von fast 100 % für eine Senkung um 25 Basispunkte auf 3,75 % einpreisen.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Der Gesamt-VPI fiel von 3,6 % im Oktober auf 3,2 % im November und lag damit unter der Konsensprognose von 3,5 % und der eigenen Prognose der BOE von 3,4 %.
  • Die Kerninflation (ohne Lebensmittel, Energie, Alkohol und Tabak) ging von 3,4 % auf 3,2 % zurück und erreichte damit den niedrigsten Stand seit Dezember 2024.
  • Die Inflation bei Dienstleistungen sank von 4,5 % auf 4,4 % und lag damit unter den Erwartungen der BOE, die von unveränderten Werten ausgegangen war. Dieser Wert ist ein wichtiger Indikator für die Politik, um den inländischen Preisdruck einzuschätzen.
  • Die Lebensmittelinflation verlangsamte sich von 4,9 % auf 4,2 % und kehrte damit den Anstieg vom Oktober um, wobei Brot, Getreide und Milchprodukte deutliche Rückgänge verzeichneten.
  • Die Preise für Bekleidung fielen um 0,6 % im Jahresvergleich, nachdem sie im Oktober um 0,3 % gestiegen waren, wobei größere Rabatte am Black Friday für Damenbekleidung den Wandel vorantrieben.
  • Die Märkte preisen jetzt eine Lockerung der Geldpolitik durch die BOE um 67 Basispunkte bis Ende 2026 ein, gegenüber 58 Basispunkten vor der Veröffentlichung, was auf Erwartungen für mehrere Zinssenkungen im nächsten Jahr hindeutet.

Link zum offiziellen Bericht des ONS zur Verbraucherpreisinflation im November 2025

Marktreaktionen

Britisches Pfund gegenüber wichtigen Währungen: 5-Minuten-Chart

Overlay of GBP vs. Major Currencies

Überlagerung des GBP gegenüber den wichtigsten Währungen, Grafik von TradingView

Das britische Pfund, das schon während der frühen asiatischen Handelssitzung etwas nachgegeben hatte, ist nach den schwächeren Inflationsdaten stark gefallen. GBP/USD ist innerhalb der ersten Stunde nach der Veröffentlichung um bis zu 0,8 % auf 1,3315 $ gefallen und hat damit den größten Tagesverlust seit etwa einem Monat verzeichnet.

Die Bewegung war breit angelegt, wobei das GBP gegenüber allen wichtigen Währungen nachgab, da die enttäuschenden Inflationsdaten die Erwartungen einer zurückhaltenden BOE verstärkten. Die Verluste waren gegenüber dem Dollar und den rohstoffbezogenen Währungen AUD, NZD und CAD am ausgeprägtesten, da die Händler ihre Erwartungen hinsichtlich einer Zinssenkung schnell neu bewerteten und die Swap-Märkte in Richtung einer fast sicheren Zinssenkung am Donnerstag drängten.

Das Pfund Sterling stabilisierte sich nach dem anfänglichen Kursrückgang, als die reflexartige Reaktion nachließ, blieb aber während der Londoner Vormittagssitzung unter Druck. Britische Staatsanleihen legten aufgrund der Daten zu, wobei die 10-Jahres-Renditen um 7 Basispunkte auf 4,45 % fielen, was deutlich macht, wie sich die Zinsdifferenzen gegenüber dem Pfund weiter verschoben haben.

Trotz des starken Rückgangs war die Reaktion angesichts des Ausmaßes der Inflationsverfehlung relativ verhalten. Ein Großteil des Abwärtspotenzials war bereits zu Beginn der Woche eingepreist worden, nachdem schwache Arbeitsmarktdaten einen Anstieg der Arbeitslosigkeit auf 5,1 % gezeigt hatten, was den Spielraum für neue Panikverkäufe einschränkte.

Zum Handelsschluss war das Pfund gegenüber den wichtigsten Währungen insgesamt schwächer, außer gegenüber dem relativ schwachen australischen Dollar und dem japanischen Yen. Die anhaltende Schwäche deutete darauf hin, dass die Märkte die überraschende Inflationsentwicklung als Bestätigung für einen aggressiveren Kurs der BOE im Jahr 2026 werteten, wobei sich die Disinflation bei Lebensmitteln, Kernwaren und Dienstleistungen zeigte.