This article has been translated from English to German.
Wie erwartet hat die Europäische Zentralbank ihren Leitzins im Juli unverändert gelassen und damit ihren aggressiven Lockerungszyklus unterbrochen, da die Inflation das mittelfristige Ziel der Bank von 2 % erreicht hat.
Mit einem Einlagensatz von 2,00 %, einem Hauptrefinanzierungssatz von 2,15 % und einem Spitzenrefinanzierungssatz von 2,40 % signalisierte die EZB ihr wachsendes Vertrauen in ihre geldpolitische Ausrichtung und bekräftigte gleichzeitig ihren datenabhängigen Ansatz angesichts der anhaltenden globalen Unsicherheiten.
Wichtigste Erkenntnisse
- Zinsen unverändert: Die EZB hat alle drei Leitzinsen unverändert gelassen und damit die seit September 2023 andauernde Serie von sieben Zinssenkungen um jeweils 25 Basispunkte (insgesamt 200 Basispunkte) beendet.
- Inflation im Zielbereich: Die Gesamtinflation liegt derzeit auf dem mittelfristigen Zielwert der EZB von 2 %, wobei der inländische Preisdruck weiter nachlässt.
- Wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit: Die Wirtschaft der Eurozone hat sich trotz schwieriger globaler Rahmenbedingungen insgesamt als widerstandsfähig erwiesen, was zum Teil auf die früheren Zinssenkungen zurückzuführen ist.
- Handelsunsicherheit bleibt bestehen: Das Umfeld bleibt außergewöhnlich unsicher, vor allem wegen anhaltender Handelsstreitigkeiten und geopolitischer Spannungen.
- Datenabhängiger Kurs: Die EZB wird sich weiterhin von Sitzung zu Sitzung entscheiden und dabei den Fokus auf die Inflationsaussichten, die zugrunde liegende Dynamik und die Wirksamkeit der Geldpolitik legen.
- Weiterer Abbau der Bilanzen: Die APP- und PEPP-Portfolios werden in einem gemächlichen Tempo abgebaut, da das Eurosystem die Tilgungszahlungen aus fälligen Wertpapieren nicht mehr reinvestiert
In ihrer offiziellen Erklärung betonte der EZB-Rat, dass die neuen Wirtschaftsinformationen „weitgehend im Einklang“ mit den früheren Einschätzungen der Inflationsaussichten stehen. Die Entscheidungsträger hoben hervor, dass der inländische Preisdruck weiter nachgelassen hat, die Löhne langsamer wachsen und sich die Wirtschaft trotz schwieriger globaler Rahmenbedingungen als widerstandsfähig erwiesen hat.
Link zur Erklärung der Europäischen Zentralbank (Juli 2025)
Während der Pressekonferenz bekräftigte EZB-Präsidentin Christine Lagarde die vorsichtige Haltung der Zentralbank und betonte, dass die Bank „weiterhin datenabhängig bleibt und einen von Sitzung zu Sitzung festgelegten Ansatz verfolgt, wobei sie sich auf die Inflationsaussichten und die damit verbundenen Risiken, die Dynamik der zugrunde liegenden Inflation und die Stärke der geldpolitischen Transmission konzentriert“.
Auf Fragen zum stärkeren Euro und möglichen Risiken einer zu niedrigen Inflation spielte Lagarde die Bedenken herunter und wies darauf hin, dass die Projektionen der EZB-Experten vom Juni bereits eine geringfügige Unterschreitung der Inflationsziele in den kommenden Monaten erwartet hätten.
Sie betonte, dass „ein geringfügiges Unterschreiten der Inflationsrate kein Problem darstelle, da für die Geldpolitik die mittelfristigen Aussichten entscheidend seien“. Zu Fragen zum Wechselkurs bekräftigte Lagarde die Standardposition der EZB, dass sie kein Wechselkursziel habe und den Euro lediglich als Teil des geldpolitischen Transmissionsmechanismus betrachte.
Link zur Pressekonferenz der EZB (Juli 2025)
Marktreaktionen
Euro gegenüber wichtigen Währungen: 5-Minuten-Chart

Überlagerung von EUR gegenüber wichtigen Währungen, Grafik von TradingView
Der Euro, der nach den Flash-PMI-Veröffentlichungen zu Beginn der Sitzung gegenüber einigen seiner Gegenwährungen leicht nachgegeben hatte, gab gegenüber Rohstoffwährungen und dem US-Dollar nach, blieb aber nach der Ankündigung der EZB gegenüber CHF und JPY stabil.
Die leicht optimistischen Äußerungen von EZB-Chefin Lagarde lösten wenige Minuten nach Beginn der Pressekonferenz eine breite Rally der Gemeinschaftswährung aus. EUR/JPY führte die Gewinne mit einem Anstieg von 0,43 % wenige Stunden nach der Pressekonferenz an, gefolgt von EUR/GBP mit einem Plus von 0,40 %.
EUR/USD gab seine Gewinne nach der Pressekonferenz jedoch vor Beginn der US-Handelssitzung wieder ab, was wahrscheinlich auf die Stärke des Dollars angesichts der anhaltenden Unsicherheiten in der US-Handelspolitik zurückzuführen ist.