This article has been translated from English to German.
Die Europäische Zentralbank hat am Donnerstag ihren Einlagensatz bei 2,00 % belassen. Das ist die zweite Pause in Folge nach acht Senkungen seit Juni 2024.
Die einstimmige Entscheidung fiel, weil die Inflation um das Ziel der Bank von 2 % schwankt und die wirtschaftlichen Risiken nach den jüngsten Handelsabkommen ausgewogener erscheinen.
Wichtigste Erkenntnisse
- Die EZB hat alle drei Leitzinsen unverändert gelassen: Einlagensatz bei 2,00 %, Hauptrefinanzierungssatz bei 2,15 %, Spitzenrefinanzierungssatz bei 2,40 %.
- Die Entscheidung fiel einstimmig und markiert die zweite Pause in Folge nach acht Senkungen seit Juni 2024.
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Inflations prognosen: 2,1 % im Jahr 2025 (anstieg von 2,0 %), 1,7 % im Jahr 2026 (anstieg von 1,6 %), 1,9 % im Jahr 2027 (rückgang von 2,0 %)
- Prognose für die Kerninflation: 2,4 % im Jahr 2025, 1,9 % im Jahr 2026, 1,8 % im Jahr 2027
- Wachstumsprognosen: 1,2 % im Jahr 2025 (Anstieg von 0,9 %), 1,0 % im Jahr 2026 (leichter Rückgang), 1,3 % im Jahr 2027 (unverändert)
- Lagarde:„Der Disinflationsprozess ist vorbei“,und die EZB bleibt „in einer guten Position“.
- Die EZB bleibt bei ihrem datenabhängigen Ansatz, bei dem sie von Sitzung zu Sitzung entscheidet, ohne sich im Voraus auf einen Zinspfad festzulegen
- Die Wachstumsrisiken sind jetzt „ausgewogener“, da die Handelsunsicherheit nach den Handelsabkommen „deutlich zurückgegangen“ ist.
Link zur Erklärung der Europäischen Zentralbank (September 2025)
In ihrer Pressekonferenz hat EZB-Präsidentin Christine Lagarde eine hawkische Botschaft vermittelt, indem sie erklärte, dass „der Disinflationsprozess vorbei ist“, und bekräftigte, dass die EZB mit einer Inflation von 2 % weiterhin „gut aufgestellt“ ist. Vor allem bezeichnete sie die Risiken für das Wirtschaftswachstum als „ausgewogener“ als zuvor und stellte fest, dass die Unsicherheit im Handel nach den jüngsten Handelsabkommen zwischen der EU und den USA, die 15 %-Zölle auf die meisten Waren vorsehen, „deutlich zurückgegangen“ sei.
Trotzdem betonte sie, dass die EZB bei der Festlegung ihrer Politik „einen datenabhängigen Ansatz verfolgen und von Sitzung zu Sitzung entscheiden“ werde, und erklärte ausdrücklich, dass sie „sich nicht im Voraus auf einen bestimmten Zinspfad festlegen“ werde.
Die aktualisierten Prognosen der EZB zeigten gemischte Signale – die Inflation für 2025 wurde auf 2,1 % angehoben, während die Prognose für 2027 auf 1,9 % gesenkt wurde, was unter dem Zielwert von 2 % liegt. Lagarde spielte diese Unterschreitung jedoch herunter und erklärte, dass „minimale Abweichungen” nicht unbedingt politische Maßnahmen rechtfertigen würden. Die Wachstumsprognosen wurden für 2025 auf 1,2 % angehoben, während die Prognose für 2026 auf 1,0 % gesenkt wurde.
Link zur Pressekonferenz der EZB (September 2025)
Marktreaktionen
Euro gegenüber wichtigen Währungen: 5 Min.

Überlagerung des EUR gegenüber den wichtigsten Währungen, Grafik von TradingView
Der EUR war vor der Entscheidung der EZB etwas volatiler, wahrscheinlich weil die Händler sich auf den viel beachteten US-CPI-Bericht vorbereitet haben. Nach der Zinsankündigung hat der EUR erst mal nachgegeben, ist dann aber schnell wieder gestiegen, weil die schwachen US-Arbeitslosenzahlen den Dollar belastet und die gemeinsame Währung gegenüber den wichtigsten Gegenwährungen gestärkt haben.
Der EUR konnte seine Gewinne während der Pressekonferenz von Lagarde ausbauen, da die Händler ihre Erwartungen hinsichtlich einer Zinssenkung zurückschraubten. Die Märkte preisen nun die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinssenkung durch die EZB bis Juni 2026 mit weniger als 50 % ein, gegenüber 60 % vor der Sitzung. Die Rallye schwächte sich jedoch wenige Stunden vor Börsenschluss in London ab, als die Risikobereitschaft zunahm und den EUR gegenüber Rohstoffwährungen und dem britischen Pfund nach unten zog, obwohl er seine Gewinne gegenüber sicheren Häfen halten konnte.
Der Euro schloss uneinheitlich – höher gegenüber dem USD, JPY und CAD, aber niedriger gegenüber CHF, AUD, NZD und GBP –, was seine Mittelstellung zwischen sicheren Häfen und risikosensitiven Währungen in dem sich wandelnden Marktumfeld widerspiegelt.