This article has been translated from English to German.
Carry Trade ist eine weit verbreitete Handelsstrategie, bei der man Geld in einer Währung mit niedrigen Zinsen leiht und in eine Währung mit hohen Zinsen investiert, um von den Zinsunterschieden zu profitieren.
Diese Strategie ist besonders beliebt auf dem Devisenmarkt, wo Händler versuchen, von den Unterschieden zwischen den Zinssätzen verschiedener Länder zu profitieren.
Schauen wir uns mal das Konzept des Carry Trade, seine Grundlagen und wie Händler es in ihren Handelsstrategien nutzen können, genauer an.
Was ist Carry Trade?
Carry Trade ist eine Strategie, die darauf abzielt, von den Zinsunterschieden zwischen zwei Ländern zu profitieren.
Im Devisenhandel bedeutet Carry Trade, dass man Geld in Währungen mit niedrigen Zinsen (sogenannte Finanzierungswährungen) leiht und in Währungen mit hohen Zinsen (die Zielwährungen) investiert.
Typischerweise werden dabei Gelder in einer Währung mit niedrigem Zinssatz (der sogenannten Finanzierungswährung) aufgenommen, in eine Währung mit hohem Zinssatz (die Zielwährung) umgewandelt und dann in Vermögenswerte investiert oder auf einem verzinslichen Konto in der Währung mit hohem Zinssatz angelegt.
Beispiele für derzeit attraktive Zielwährungen sind der brasilianische Real, der südafrikanische Rand und der australische Dollar.
Zu den beliebten Finanzierungswährungen gehörten zuletzt der US-Dollar und in der Vergangenheit auch der japanische Yen oder der Schweizer Franken.
Die zentrale Idee hinter dem Carry Trade ist, dass Händler durch die Ausnutzung von Zinsdifferenzen einen Gewinn oder „Carry” erzielen können, ohne auf Kursbewegungen der zugrunde liegenden Währungen angewiesen zu sein.
Diese Strategie kann besonders in Zeiten geringer Marktvolatilität attraktiv sein, da sie eine relativ stabile Einnahmequelle bietet.
Grundsätze des Carry Trade
Der Carry Trade basiert auf mehreren Grundprinzipien:
- Zinsdifferenzen: Die Grundlage des Carry Trade sind die Unterschiede zwischen den Zinssätzen verschiedener Länder. Händler versuchen, Kredite in Währungen mit niedrigen Zinsen aufzunehmen und in Währungen mit hohen Zinsen zu investieren, um von dieser Differenz zu profitieren.
- Währungsaufwertung: Während die Hauptgewinnquelle beim Carry Trade aus Zinsdifferenzen besteht, können Händler potenziell auch von einer Währungsaufwertung profitieren. Wenn die hochverzinsliche Währung gegenüber der niedrigverzinslichen Währung aufwertet, kann der Händler einen zusätzlichen Gewinn erzielen, wenn er den Handel schließlich auflöst.
- Risikomanagement: Carry Trade birgt inhärente Risiken, wie z. B. Währungsschwankungen und Zinsänderungen. Händler müssen solide Risikomanagementtechniken anwenden, um ihre Investitionen zu schützen und potenzielle Verluste zu minimieren.
Umsetzung einer Carry-Trade-Strategie
Eine beliebte Carry-Trade-Strategie besteht darin, japanische Yen zu verkaufen und höher verzinsliche Währungen wie den australischen Dollar und den neuseeländischen Dollar zu kaufen.
Wenn du zum Beispiel AUD/JPY kaufst, verkaufst du japanische Yen (die 0,00 % pro Jahr bringen) und kaufst gleichzeitig den gleichen Betrag an australischen Dollar (die sagen wir mal 3,50 % pro Jahr bringen).
Solange du diese Position hältst, zahlst du 0,00 % Zinsen pro Jahr für die Aufnahme von japanischen Yen und erhältst 3,50 % pro Jahr für das Halten von australischen Dollar.
Die Zinsdifferenz dieser Position beträgt +3,50 (3,50 % – 0,00 %).
Du würdest also ungefähr 3,50 % pro Jahr auf den Wert der Position bekommen, abhängig von den vom Broker berechneten Margenzinsen und der Wechselkursvolatilität.
Trader können Carry-Trade-Strategien mit den folgenden Schritten umsetzen:
- Geeignete Währungspaare identifizieren: Zuerst sollten Trader Währungspaare mit erheblichen Zinsdifferenzen identifizieren. Dazu müssen sie in der Regel die Zinssätze verschiedener Länder vergleichen und Paare auswählen, bei denen ein Land einen deutlich höheren Zinssatz als das andere hat.
- Bewertung der Währungsstabilität: Zusätzlich zu den Zinsdifferenzen sollten Trader die Stabilität der am Carry Trade beteiligten Währungen berücksichtigen. Stabile Währungen mit geringer Volatilität sind für den Carry Trade in der Regel vorzuziehen, da sie das Risiko minimieren, dass die Gewinne aus der Zinsdifferenz durch eine Währungsabwertung geschmälert werden.
- Trades ausführen: Sobald ein geeignetes Währungspaar gefunden wurde, können Trader ihren Carry Trade ausführen, indem sie die Währung mit dem niedrigen Zinssatz leihen, die Mittel in die Währung mit dem hohen Zinssatz umtauschen und in Vermögenswerte investieren oder die Mittel auf ein verzinsliches Konto in der Währung mit dem hohen Zinssatz einzahlen.
- Risiko managen: Wie bei jeder Handelsstrategie ist das Risikomanagement auch beim Carry Trade entscheidend. Dies kann durch das Setzen von Stop-Loss-Orders, die Überwachung von Währungsschwankungen und die Anpassung des Handelsvolumens an die Risikotoleranz des Händlers erreicht werden.
- Überwachen und anpassen: Händler sollten ihre Carry Trades und die zugrunde liegenden Marktbedingungen kontinuierlich überwachen und ihre Positionen und Strategien bei Bedarf anpassen. Dies kann den Ausstieg aus Trades beinhalten, wenn sich die Zinsdifferenzen verringern oder wenn das Risiko einer Währungsabwertung steigt.
Uncovered Interest Parity
Diese Strategie funktioniert NICHT, wenn die ungedeckte Zinsparität (UIP) gilt.
Die UIP-Bedingung besagt, dass Währungen mit höheren Renditen gegenüber Währungen mit niedrigeren Renditen tendenziell um einen Betrag abwerten, der der Zinsdifferenz entspricht, sodass die erwarteten Renditen in einer bestimmten Währung ausgeglichen werden.
Unter der UIP wird erwartet, dass Zinsdifferenzen vollständig durch Währungsbewegungen ausgeglichen werden.
Eine Vielzahl empirischer Studien belegt, dass die UIP auf kurze und mittlere Sicht fast ausnahmslos versagt.
In vielen Fällen ist das Verhältnis genau umgekehrt zu dem, was die UIP vorhersagt: Währungen mit hohen Zinsen tendieren zur Aufwertung, während Währungen mit niedrigen Zinsen abwerten.
Dieses Scheitern der UIP ist so bekannt, dass das Phänomen als„Forward-Premium-Rätsel”bezeichnet wird.
Das Scheitern der UIP ist für Anleger kein Geheimnis, daher sind Carry Trades so beliebt.
Der Carry Trade übt einen Aufwärtsdruck auf die Zielwährungen und einen Abwärtsdruck auf die Finanzierungswährungen aus.
Dies könnte zu einer Verstärkung der zugrunde liegenden Wechselkursbewegungen führen.
Außerdem kann es zu schnelleren Wechselkursschwankungen kommen, wenn Carry-Trade-Anleger ihre Positionen auflösen.