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Die Bank of England hat zum fünften Mal in Folge seit letztem Sommer die Zinsen gesenkt und den Leitzins nach ihrer Sitzung im August um 0,25 Prozentpunkte auf 4 % gesenkt.

Die Entscheidung zeigte aber, dass der geldpolitische Ausschuss ziemlich gespalten ist. Mit 5 zu 4 Stimmen war es eine der knappsten Entscheidungen in letzter Zeit, da die Entscheidungsträger mit konkurrierenden Inflations- und Wachstumsdruck kämpfen.

Die wichtigsten Punkte der Entscheidung der BOE

  • Knapper Sieg für die Tauben: Fünf Mitglieder stimmten für eine Zinssenkung um 25 Basispunkte, während vier eine Beibehaltung des Zinssatzes bei 4,25 % bevorzugten. Ein Mitglied (Alan Taylor) wollte ursprünglich eine aggressivere Senkung um 50 Basispunkte, stimmte aber für 25 Basispunkte statt für eine Beibehaltung des Zinssatzes.
  • Inflation dürfte ihren Höhepunkt bei 4 % erreichen: Der MPC geht davon aus, dass die Verbraucherpreisinflation im September auf 4,0 % steigen wird, bevor sie vor allem aufgrund des Drucks durch die Lebensmittelpreise und vorübergehender Faktoren allmählich wieder in Richtung des Ziels von 2 % zurückgeht.
  • Arbeitsmarkt zeigt Schwäche: Die Arbeitslosigkeit ist auf 4,7 % gestiegen, und das Beschäftigungswachstum schwächt sich weiter ab, was zu Kapazitätsreserven führt, die den Inflationsdruck eindämmen dürften.
  • Dienstleistungsinflation bleibt hartnäckig: Trotz einer Abschwächung des Lohnwachstums auf rund 5 % blieb die Dienstleistungsinflation mit 4,7 % auf einem hohen Niveau, was Sorgen über anhaltenden Preisdruck im Inland aufkommen lässt.
  • Allmählicher Ansatz beibehalten: Der Ausschuss betonte, dass künftige Zinssenkungen von den Daten abhängig sein werden und es keinen „vorher festgelegten Kurs“ für die Geldpolitik gibt, da sie konkurrierende Inflations- und Wachstumsrisiken ausgleichen muss.

Link zur offiziellen geldpolitischen Erklärung der BOE (August 2025)

Die Entscheidung vom August zeigte, dass es im MPC grundlegende Meinungsverschiedenheiten über die Inflationsaussichten gibt. Die vier Mitglieder, die für eine Beibehaltung der Zinsen gestimmt haben – Megan Greene, Clare Lombardelli, Catherine Mann und Huw Pill – sagten, sie seien besorgt, dass „der Disinflationsprozess sich verlangsamt hat und das Risiko gestiegen ist, dass sich die Inflationserwartungen in Zweitrundeneffekten niederschlagen”.

Diese Falken wiesen auf die erhöhten Inflationserwartungen von Unternehmen und Haushalten hin, wobei die Inflation voraussichtlich einen Höchststand von 4 % erreichen und ein Großteil des jüngsten Aufwärtstrends durch die stark gestiegenen Lebensmittel- und Energiepreise getrieben sein würde. Sie waren besorgt über strukturelle Veränderungen auf den Güter- und Arbeitsmärkten, die die Inflation anhaltender machen könnten.

Link zum Protokoll der Sitzung des geldpolitischen Ausschusses der BOE und zum geldpolitischen Bericht

Umgekehrt sahen die fünf Mitglieder, die die Senkung befürworteten, ausreichende Fortschritte bei der zugrunde liegenden Desinflation, insbesondere bei den Arbeitsmarktdaten und den Löhnen. Allerdings gab es auch innerhalb dieser Gruppe deutliche Unterschiede: Alan Taylor sprach sich zunächst für eine Senkung um 50 Basispunkte aus und argumentierte, dass die Inflation im Inland „eng mit den Löhnen verbunden” sei und dass der Arbeitsmarkt eine „sich weiter verschlechternde” Flaute aufweise.

Ein wichtiger Schwerpunkt der Sitzung im August war der Ausblick für die Lebensmittelpreisinflation, die laut BOE bis zum Jahresende auf etwa 5,5 % steigen dürfte. Dieser Anstieg spiegelt mehrere Faktoren wider: höhere globale Agrarrohstoffpreise, erhöhte Arbeitskosten im Vereinigten Königreich (insbesondere aufgrund von Erhöhungen des nationalen Mindestlohns) und neue Vorschriften zur erweiterten Herstellerverantwortung für Verpackungen, die im Oktober in Kraft treten.

Der MPC zeigte sich besonders besorgt über die möglichen Auswirkungen der Lebensmittelpreise auf die Inflationserwartungen der Haushalte und wies darauf hin, dass die Haushalte bei der Bildung ihrer Erwartungen zur künftigen Inflation den Lebensmittelkosten überproportional viel Aufmerksamkeit schenken. Historische Analysen deuten darauf hin, dass die Lebensmittelpreisänderungen seit dem Inflationsanstieg im Jahr 2022 einen noch größeren Einfluss auf die Erwartungen haben.

Marktreaktionen

Britisches Pfund gegenüber wichtigen Währungen: 5 Minuten

Overlay of GBP vs. Major Currencies Chart by TradingView

Überlagerung von GBP gegenüber wichtigen Währungen Chart von TradingView

Das Pfund Sterling sprang nach Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses des MPC höher, da die Märkte eine fast einstimmige Entscheidung für eine Zinssenkung erwartet hatten. Die britische Währung legte unmittelbar nach der Veröffentlichung eine breite Rally hin, gab eine Stunde nach der Entscheidung leicht nach, konnte aber den Großteil ihrer Gewinne für den Rest der Sitzung halten.

Das GBP/AUD-Paar zeigte sich mit einem Plus von 0,85 % am stärksten, während GBP/EUR um 0,74 % und GBP/CHF um 0,69 % zulegten. Das Pfund legte auch gegenüber dem Yen zu, wobei GBP/JPY um 0,60 % stieg. Gegenüber dem US-Dollar fielen die Gewinne mit +0,47 % jedoch moderater aus, was darauf hindeutet, dass der Dollar trotz der Lockerung der Geldpolitik durch die BOE relativ stark blieb.