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Fragst du dich, was es mit den Risiko-Rallyes Anfang dieser Woche auf sich hat? Die Aktienindizes sind am Montag auf Rekordhöhen gestiegen, während das als sicherer Hafen geltende Gold eingebrochen ist und der Dollar mit seinen niedrigeren Renditen schwächer geworden ist.
Willkommen zu dem, was passiert, wenn die beiden größten Volkswirtschaften der Welt einen Schritt zurücktreten vom Rand eines ausgewachsenen Handelskriegs.
Lies weiter, um zu erfahren, was am Wochenende zwischen den USA und China passiert ist, warum das wichtig ist und wie die Märkte normalerweise reagieren, wenn geopolitische Spannungen nachlassen.
Die Grundlagen: Was in Malaysia passiert ist
Wenn du nicht hinter dem Mond lebst, weißt du wahrscheinlich, dass die USA und China seit Anfang dieses Jahres in eskalierende Handelsspannungen verwickelt sind, wobei die Zölle auf chinesische Waren einen Höchststand von 145 % und auf US-Waren von 125 % erreichten.
Vor ein paar Wochen wurde es besonders heftig, als China die Exportkontrollen für Seltenerdmetalle verschärfte, die wichtige Materialien für alles Mögliche sind, von Smartphones über Elektroautos bis hin zu Militärausrüstung.
Als Vergeltungsmaßnahme hat Präsident Trump mit einem zusätzlichen Zoll von 100 % auf chinesische Importe zurückgeschlagen, der am 1. November in Kraft treten sollte. Wäre dieser umgesetzt worden, hätte das für beide Länder wirtschaftliche verheerende Folgen gehabt.
Aber die Gespräche an diesem Wochenende haben die Lage verändert. US-Finanzminister Scott Bessent und Handelsbeauftragter Jamieson Greer haben sich mit dem chinesischen Vizepremier He Lifeng und dem Chefunterhändler Li Chenggang getroffen. Und nach, wie Li es nannte, „sehr intensiven Gesprächen” haben beide Seiten bei einigen wichtigen Themen eine vorläufige Einigung erzielt.
Hier sind die Punkte, auf die sie sich geeinigt haben:
- Zölle vom Tisch: Die angedrohte Erhöhung der Zölle um 100 % wird am 1. November nicht kommen.
- Aufschub für Seltene Erden: China wird die Ausweitung seines Exportlizenzsystems für Seltene Erden um ein Jahr verschieben.
- Sojabohnenkäufe: China wird wieder „erhebliche” Mengen an US-Sojabohnen kaufen, nachdem es seit Mai 2025 keine mehr gekauft hat.
- Verlängerung des Handelswaffenstillstands: Die derzeitige Zollpause wird wahrscheinlich über den 10. November hinaus verlängert.
- TikTok-Deal: Die Details für die Übertragung der US-Geschäfte von TikTok unter amerikanische Kontrolle sind fertig.
- Zusammenarbeit bei Fentanyl: Erste Vereinbarungen zur Bekämpfung des Handels mit Fentanyl-Vorläuferchemikalien
Trump und der chinesische Präsident Xi Jinping wollen sich am Donnerstag, dem 30. Oktober, in Südkorea treffen, um die Details zu klären.
Warum das wichtig ist: Die Reaktionen der Märkte sprechen für sich

Dollar-Index, Gold, S&P 500, Öl, Rendite 10-jähriger US-Anleihen, Bitcoin Overlay -Chart von TradingView
Wenn sich die Handelsspannungen entspannen, reagieren die Märkte schnell. Hier ist, was am Montag, dem 27. Oktober, passiert ist:
Aktien legten zu: Der S&P 500 stieg in den ersten Handelsstunden um etwa 0,8 bis 0,9 % und näherte sich damit neuen Allzeithochs. Der Index hat seit seinen Tiefstständen im Oktober 2022 nun um 83,8 % zugelegt. Technologiewerte, die besonders empfindlich auf Spannungen zwischen den USA und China reagieren, führten den Anstieg an.
Der US-Dollar schwächte sich ab. Der US-Dollar-Index (DXY) pendelte um 99,00 und gab frühere Gewinne wieder ab, als sich die Risikobereitschaft durchsetzte. Der Dollar stand das ganze Jahr über unter Druck und verlor seit Jahresbeginn fast 9 % – der stärkste Rückgang seit über drei Jahren. Wenn Händler optimistisch hinsichtlich des globalen Wachstums sind, verkaufen sie in der Regel Dollar, um risikoreichere Anlagen in anderen Währungen zu kaufen.
Gold ist eingebrochen. Der Spotpreis für Gold fiel um bis zu 3,2 % unter 4.000 USD pro Unze und setzte damit laut Bloomberg „den schlimmsten Einbruch seit über einem Jahrzehnt” fort. Nachdem Gold am 20. Oktober ein Rekordhoch von 4.381 USD erreicht hatte, ist es nun um mehr als 5 % gefallen. Warum? Gold ist ein sicherer Hafen. Wenn die geopolitischen Risiken abnehmen und die Aktienmärkte steigen, verkaufen Händler Gold, um anderswo höhere Renditen zu erzielen.
Dieses Muster (Aktien steigen, Gold und Dollar fallen) ist ein klassisches „Risk-on”-Verhalten. Es zeigt, dass Händler glauben, dass die größte kurzfristige Gefahr für die Weltwirtschaft (ein ausgewachsener Handelskrieg zwischen den USA und China) abnimmt.
Was uns diese Entwicklungen über die Positionierung sagen
Märkte sind zukunftsorientierte Maschinen. Sie reagieren nicht darauf, wo die Dinge stehen, sondern darauf, wohin sie sich entwickeln. Die Kursentwicklung am Montag zeigt drei Dinge über die Positionierung der Händler:
1. Die Risikobereitschaft ist zurück
Geld floss aus sicheren Häfen (Gold, Anleihen) in risikoreichere Anlagen (Aktien, Kryptowährungen). Bitcoin legte ebenso wie Aktien zu. Der VIX-Volatilitätsindex, der oft als „Angstbarometer“ bezeichnet wird, fiel auf ein Mehrmonatstief. Dies zeigt uns, dass Händler eher auf wirtschaftliche Stabilität als auf Turbulenzen setzen.
2. Der „Sell America”-Handel pausiert
Die seit einem Jahr anhaltende Schwäche des Dollars spiegelt die Besorgnis über die Unsicherheit der US-Politik und die wirtschaftlichen Auswirkungen der Zölle wider. Die verhaltene Reaktion des Dollars am Montag deutet jedoch darauf hin, dass die Händler noch nicht davon überzeugt sind, dass dieses Abkommen die zugrunde liegenden strukturellen Probleme löst. Sie warten ab, ob Trump und Xi am Donnerstag tatsächlich etwas Konkretes unterzeichnen werden.
3. Die Wachstumsaussichten verbessern sich
Wenn die Zölle sinken und die Handelsströme zunehmen, verbessern sich die Gewinnmargen der Unternehmen und das BIP-Wachstum beschleunigt sich in der Regel. Die Rallye an den Aktienmärkten, insbesondere in handelsempfindlichen Sektoren wie Technologie- und Industrieunternehmen, deutet darauf hin, dass Händler bessere Gewinne einpreisen.
Fazit
Der Durchbruch zwischen den USA und China am Wochenende ist zweifellos positiv für die Märkte auf kurze Sicht. Die Aktienkurse steigen, die Volatilität sinkt und das Risiko einer wirtschaftlichen Katastrophe durch einen ausgewachsenen Handelskrieg ist geringer geworden. Für Händler ist dies ein klassisches „Risk-on”-Umfeld, in dem Aktien und wachstumsempfindliche Vermögenswerte eine Outperformance erzielen.
Aber man sollte die Perspektive nicht aus den Augen verlieren. Es handelt sich lediglich um einen Rahmen, nicht um ein endgültiges Abkommen. Trump und Xi müssen sich am Donnerstag in Südkorea noch treffen und sich auf Einzelheiten einigen.
Außerdem hat China das Treffen noch nicht offiziell bestätigt, obwohl das typisch für das Protokoll in Peking ist. Auch die Verzögerung bei den Seltenen Erden gilt nur für ein Jahr und ist nicht dauerhaft. Die Sojabohnenkäufe sind „erheblich”, aber nicht quantifiziert. Die Details des TikTok-Deals bleiben vage.
Beachte diese wichtigen Ereignisse:
- Donnerstag, 30. Oktober: Treffen zwischen Trump und Xi beim APEC-Gipfel in Südkorea
- 1. November: Ursprüngliche Frist für Trumps Drohung mit 100 %-Zöllen (jetzt abgewendet)
- 10. November: Ablauf der aktuellen Handelsruhe (wird wahrscheinlich verlängert)
Die Reaktion des Marktes am Montag zeigt, dass die Händler erleichtert und optimistisch sind. Aber erfahrene Investoren wissen, dass Rahmenbedingungen sich ändern können, die Politik sich einmischen kann und die Umsetzung immer schwieriger ist als die Verhandlungen.
Dieses Abkommen verringert das Tail-Risiko (also die Wahrscheinlichkeit eines Worst-Case-Szenarios), beseitigt aber nicht den grundlegenden strategischen Wettbewerb zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt.
Wie immer bei wichtigen marktbewegenden Ereignissen gilt: Feiern Sie die Erfolge, aber managen Sie die Risiken. Der Weg vom Rahmenabkommen zur Umsetzung ist nie so reibungslos, wie die Händler am Montagmorgen hoffen.