This article has been translated from English to German.
Mindestreserven sind der Geldbetrag, den Geschäftsbanken als Reserve halten müssen, entweder in bar oder als Einlagen.
Die Mindestreserveanforderungen werden von der Zentralbank festgelegt und dienen dazu, die Geldmenge zu steuern.
Zentralbanken auf der ganzen Welt nutzen verschiedene geldpolitische Instrumente, um ihre Ziele zu erreichen, wie zum Beispiel Preisstabilität, Wirtschaftswachstum und Finanzstabilität.
Ein Instrument, das Zentralbanken schon lange nutzen, ist, dass sie Finanzinstitute dazu verpflichten, einen bestimmten Geldbetrag als Reserve zu halten.
Was sind Mindestreserven?
Mindestreserveanforderungen sind die Mindestbeträge, die Finanzinstitute wie Geschäftsbanken als Reserve für ihre Einlagenverbindlichkeiten vorhalten müssen.
Diese Reserven können entweder als Bargeld im Tresor der Bank oder als Einlagen bei der Zentralbank gehalten werden.
Mindestreserven werden normalerweise als Prozentsatz der gesamten Einlagenverbindlichkeiten der Bank angegeben und können je nach Art der Einlage oder Größe des Finanzinstituts variieren.
Was ist der Zweck von Mindestreserveanforderungen?
Die Hauptziele von Mindestreserven sind:
- Finanzielle Stabilität: Indemsie von Finanzinstituten verlangen, dass sie ein bestimmtes Mindestreservenniveau halten, können Zentralbanken dazu beitragen, dass diese Institute über genügend Liquidität verfügen, um ihren kurzfristigen Verpflichtungen nachzukommen, wodurch das Risiko von Bankenstürmen verringert und die allgemeine Finanzstabilität gefördert wird.
- Umsetzung der Geldpolitik: Mindestreserven können auch als Instrument zur Umsetzung der Geldpolitik eingesetzt werden, indem sie die Geld- und Kreditversorgung der Wirtschaft beeinflussen. Durch die Anpassung der Mindestreserven können Zentralbanken die für die Kreditvergabe verfügbaren Mittel beeinflussen und so die Zinssätze und die allgemeinen monetären Bedingungen beeinflussen.
- Reibungsloses Funktionieren des Zahlungssystems: Mindestreserveanforderungen tragen dazubei, dass Finanzinstitute über ausreichende Mittel zur Abwicklung von Interbankgeschäften verfügen, was zum reibungslosen Funktionieren des Zahlungssystems beiträgt.
Wie funktionieren Mindestreserveanforderungen?
Zentralbanken legen Mindestreserven in der Regel als Teil ihres umfassenderen geldpolitischen Rahmens fest.
Sie können die Mindestreserveanforderungen regelmäßig anpassen, um Änderungen ihrer geldpolitischen Ausrichtung Rechnung zu tragen oder auf sich ändernde wirtschaftliche Bedingungen zu reagieren.
Was passiert, wenn die Mindestreserveanforderungen erhöht werden?
Wenn die Zentralbank die Mindestreserven erhöht, müssen die Finanzinstitute einen größeren Teil ihrer Einlagenverbindlichkeiten als Reserven halten, wodurch sich die für die Kreditvergabe verfügbaren Mittel verringern. Dies kann zu einer Verknappung der Geld- und Kreditversorgung der Wirtschaft führen, was wiederum höhere Zinsen und restriktivere monetäre Bedingungen zur Folge haben kann.
Was passiert, wenn die Mindestreserveanforderungen gesenkt werden?
Wenn die Zentralbank die Mindestreserveanforderungen senkt, können die Finanzinstitute einen geringeren Teil ihrer Einlagen als Reserve halten, wodurch sich die für die Kreditvergabe verfügbaren Mittel erhöhen und es zu einer Ausweitung der Geld- und Kreditversorgung sowie zu niedrigeren Zinsen kommen kann.
Sind Mindestreserveanforderungen noch relevant?
Mindestreserven sind ein traditionelles Instrument der Zentralbanken, um die Finanzstabilität zu fördern und die Geldpolitik umzusetzen.
Während die Mindestreserveanforderungen in einigen Ländern weiterhin relevant sind, hat ihre Bedeutung als geldpolitisches Instrument in mehreren fortgeschrittenen Volkswirtschaften, darunter den USA und der Eurozone, abgenommen.
In den USA beispielsweise wurde die Mindestreservepflicht für alle Einlageninstitute im März 2020 auf 0 % der anrechnungsfähigen Einlagen gesenkt. Die Abschaffung der Mindestreservepflicht folgte auf die Umstellung der Federal Reserve auf ein System der „reichlichen Reserven”, bei dem die Federal Reserve Banks den Mitgliedsbanken Zinsen auf ihre Überschussreserven zahlen.
Die Zentralbanken in diesen Volkswirtschaften haben ihren Fokus auf andere geldpolitische Instrumente wie Offenmarktgeschäfte, Zinsen auf Reserven und umfangreiche Ankäufe von Vermögenswerten verlagert, um ihre geldpolitischen Ziele zu erreichen.
Für diese Umstellung gibt es mehrere Gründe:
- Größere Flexibilität durch alternative Instrumente: Alternative geldpolitische Instrumente wie Offenmarktgeschäfte und Zinsen auf Mindestreserven bieten den Zentralbanken mehr Flexibilität und Präzision bei der Steuerung der kurzfristigen Zinsen und der Umsetzung der Geldpolitik.
- Veränderungen im Finanzsystem: Technologische Fortschritte und Innovationen im Finanzsystem haben die Abhängigkeit von Mindestreserven als Mittel zur Gewährleistung der Finanzstabilität und des Liquiditätsmanagements verringert.
- Vermeidung potenzieller Störungen: Häufige Änderungen der Mindestreserveanforderungen können zu Störungen im Finanzsystem führen und das Liquiditätsmanagement der Banken erschweren, sodass die Zentralbanken stabilere und berechenbarere geldpolitische Instrumente bevorzugen.
Trotz dieser Trends bleiben Mindestreserveanforderungen für Zentralbanken in vielen Schwellen- und Entwicklungsländern ein wichtiges Instrument.
Wie wichtig Mindestreserveanforderungen sind, hängt stark von den Besonderheiten und Bedürfnissen des Finanzsystems in dem jeweiligen Land ab.