This article has been translated from English to German.

Der Chef der US-Notenbank, Jerome Powell, hat am Freitag beim Wirtschaftssymposium in Jackson Hole mit einer überraschend zurückhaltenden Rede für Aufsehen gesorgt. Er deutete an, dass Zinssenkungen wegen der sich verändernden Risiken für die Wirtschaft sinnvoll sein könnten, was die Erwartungen für eine Lockerung der Geldpolitik im September erhöht.

In seiner mit Spannung erwarteten jährlichen Rede sagte Powell, dass „angesichts der restriktiven Geldpolitik die grundlegenden Aussichten und die sich verändernden Risiken eine Anpassung unseres geldpolitischen Kurses rechtfertigen könnten“, was eine deutliche Abkehr von seiner üblichen vorsichtigen Haltung darstellt.

Die wichtigsten Punkte aus Powells Rede in Jackson Hole

  • Signale für einen Kurswechsel: Powell deutete an, dass die Fed ihre restriktive Geldpolitik möglicherweise anpassen muss, da sich das „Risikobilanz“ nun eher in Richtung Beschäftigungsprobleme als Inflationsängste verschiebt.
  • Sorgen um den Arbeitsmarkt: Das Beschäftigungswachstum hat sich in den letzten drei Monaten drastisch auf nur noch 35.000 pro Monat verlangsamt, nach 168.000 pro Monat im Jahr 2024, was die Abwärtsrisiken für die Beschäftigung erhöht.
  • Einschätzung der Zollinflation: Powell räumte zwar ein, dass die Zölle die Preise für Waren in die Höhe treiben, meinte aber, dass die Auswirkungen wahrscheinlich „relativ kurzlebig” sein werden – eher eine einmalige Preisverschiebung als eine anhaltende Inflation.
  • Überarbeitung des Rahmens: Die Fed hat einen überarbeiteten geldpolitischen Rahmen veröffentlicht, in dem Formulierungen zur effektiven Untergrenze als definierendes Merkmal gestrichen und die „Make-up-Strategie” für das Inflationsziel abgeschafft wurden.
  • Unabhängigkeit betont: Powell betonte, dass die Entscheidungen des FOMC „ausschließlich auf der Grundlage ihrer Bewertung der Daten” getroffen werden, um die Unabhängigkeit der Fed trotz des politischen Drucks zu wahren.

Link zur Rede von Fed-Chef Powell beim Jackson Hole Symposium

Die Einschätzung des Fed-Vorsitzenden, dass der durch Zölle verursachte Inflationsdruck nur vorübergehend sein wird, scheint den politischen Entscheidungsträgern das Vertrauen gegeben zu haben, Beschäftigungsfragen Vorrang vor Preisstabilitätsrisiken einzuräumen. Dies ist eine deutliche Veränderung gegenüber Anfang des Jahres, als die Verantwortlichen noch vor allem darauf fokussiert waren, die Inflation wieder auf das Ziel von 2 % zu bringen.

Markt

US-Dollar gegenüber wichtigen Währungen: 15 Minuten

Overlay of USD vs. Major Currencies Chart by TradingView

Überlagerung des USD-Kurses gegenüber den wichtigsten Währungen, Chart von TradingView

Die unmittelbare Reaktion des Marktes war schnell und entschlossen: Der Dollar verlor auf breiter Front an Wert, da die Händler sich auf einen zunehmend zurückhaltenden Kurs der Fed einstellten.

Der Greenback fiel innerhalb weniger Minuten nach Powells wichtigen Äußerungen gegenüber den wichtigsten Handelspartnern um fast 1 %. Der starke Abverkauf beschleunigte sich, nachdem er konkret von einer „Anpassung unserer geldpolitischen Haltung” sprach, was die Devisenmärkte als klares Signal dafür interpretierten, dass Zinssenkungen im September nun sehr wahrscheinlich sind.

Der USD verzeichnete seinen stärksten anfänglichen Rückgang gegenüber dem JPY (-0,75 %), bevor er vor der Eröffnung dieser Woche wieder anstieg, gefolgt von deutlichen Verlusten gegenüber dem AUD (-0,98 %) und dem NZD (-0,83 %).