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Der kanadische Inflationsbericht für November zeigte einen stabilen Gesamtwert und gab der Bank of Canada (BOC) zum ersten Mal seit Monaten ein klares Signal, dass der zugrunde liegende Preisdruck endlich nachlässt.

Statistics Canada meldete für November einen unveränderten Gesamt-VPI von 2,2 % im Jahresvergleich, was der Oktoberrate entspricht, aber leicht unter der Konsensprognose von 2,3 % liegt. Der monatliche VPI stieg um 0,1 % und entsprach damit den Erwartungen, lag aber unter dem Anstieg von 0,2 % im Oktober.

Die wichtigste Entwicklung ergab sich aus den von der BOC bevorzugten Kernindikatoren, die seit April, als die US-Zölle begannen, sich auf die kanadischen Preise auszuwirken, hartnäckig um die 3 % schwankten.

Sowohl der CPI-Median als auch der CPI-Trim fielen von 3,0 % im Oktober auf 2,8 % und lagen damit zum ersten Mal seit März unter dem oberen Ende des Kontrollbereichs der Zentralbank von 1-3 %.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Die Gesamtinflation blieb im November mit 2,2 % im Jahresvergleich leicht unter der Konsensprognose von 2,3 %, blieb aber gegenüber Oktober unverändert.
  • Die Kerninflationsraten fielen schließlich unter 3 %, wobei sowohl der CPI-Median als auch der CPI-Trim von 3,0 % im Vormonat auf 2,8 % sanken.
  • Die Lebensmittelinflation stieg auf 4,2 % im Jahresvergleich, das ist das schnellste Wachstum seit Dezember 2023, weil die Lebensmittelpreise um 4,7 % und die Restaurantkosten um 3,3 % gestiegen sind.
  • Die Benzinpreise sanken im Jahresvergleich um 7,8 %, was einen geringeren Rückgang als im Oktober (9,4 %) darstellt, obwohl die monatlichen Preise um 1,8 % stiegen.
  • Die Mietinflation kühlte sich von 5,2 % auf 4,7 % ab, während die Dienstleistungsinflation aufgrund stark gesunkener Reisekosten von 3,2 % auf 2,8 % zurückging.

Link zum offiziellen Verbraucherpreisindex von Statistics Canada (November 2025) 

Die Verlangsamung der Kerninflation trug dazu bei, die Befürchtungen zu beruhigen, dass hartnäckige Inflation und schwaches Wachstum gleichzeitig auftreten könnten, auch wenn die Lebensmittelpreise hoch blieben.

Da der Median des Verbraucherpreisindex und der getrimmte Verbraucherpreisindex endlich unter 3 % gefallen sind, gehen Ökonomen davon aus, dass sich die zugrunde liegende Inflation dem Zielwert von 2 % annähert. Das stützt die Annahme, dass die BOC länger pausieren kann, anstatt weitere Zinssenkungen zu beschließen oder sich über Zinserhöhungen Gedanken zu machen.

Marktreaktionen

Kanadischer Dollar gegenüber wichtigen Währungen: 5-Minuten-Chart

Overlay of CAD vs. Major Currencies

Überlagerung von CAD gegenüber wichtigen Währungen Chart von TradingView

Die Renditen zweijähriger kanadischer Staatsanleihen sind um 2,3 Basispunkte auf 2,486 % gefallen, was zeigt, dass die Erwartungen für Zinserhöhungen etwas zurückgegangen sind, da die Daten bestätigten, dass der zugrunde liegende Inflationsdruck eher nachlässt als zunimmt.

Die Abschwächung der Kerninflation war zwar ein positives Zeichen, aber die Zentralbank hatte schon bei ihrer Sitzung am 10. Dezember gesagt, dass die Zinsen nach einer kräftigen Senkung um 275 Basispunkte „ungefähr auf dem richtigen Niveau” seien. Gouverneur Tiff Macklem machte auch klar, dass die Bank vorerst keine Änderungen vornehmen werde, während sie beobachtet, wie die Wirtschaft auf die anhaltenden Handelsspannungen mit den USA reagiert.

Dies ist wahrscheinlich der Grund, warum der kanadische Dollar seine anfänglichen Kursbewegungen nach der Veröffentlichung während der US-Handelssitzung nicht aufrechterhalten konnte. Der Loonie, der kurz vor der Veröffentlichung des kanadischen Verbraucherpreisindexes zunächst zulegte, gab bei den schwächeren Kern-Verbraucherpreisindexzahlen kurzzeitig nach, verzeichnete jedoch bald darauf uneinheitliche Kursbewegungen gegenüber seinen wichtigsten Gegenwährungen.

Die Rohstoffwährung fand wenige Stunden nach Beginn der US-Handelssitzung einen Intraday-Tiefststand und beendete die Sitzung nahe ihrem Niveau vor der Veröffentlichung des Verbraucherpreisindexes. Der CAD beendete den Tag uneinheitlich und notierte gegenüber den sicheren Währungen USD und CHF sowie den anderen Rohstoffwährungen AUD und NZD höher, gegenüber EUR, JPY und GBP jedoch niedriger.