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Die Bank of Japan hat heute ihren Leitzins bei 0,5 % belassen und gleichzeitig angekündigt, ihr umfangreiches Anleihekaufprogramm langsamer zurückzufahren, was angesichts der Unsicherheiten in der Handelspolitik und des anhaltenden Inflationsdrucks auf Vorsicht hindeutet. Die Entscheidungen entsprachen weitgehend den Markterwartungen, auch wenn das langsamere Tempo der quantitativen Straffung eine leicht überraschende zurückhaltende Haltung signalisierte.
Die wichtigsten Punkte aus der Erklärung der BOJ:
- Leitzins unverändert: Der Vorstand beschloss einstimmig, den unbesicherten Tagesgeldsatz bei 0,5 % zu belassen und damit die Kreditkosten auf dem höchsten Stand seit 17 Jahren zu halten.
- Langsamerer Abbau der Anleihekäufe: Ab April 2026 wird die Zentralbank ihre Käufe japanischer Staatsanleihen von derzeit 400 Mrd. Yen pro Quartal um 200 Mrd. Yen reduzieren, um bis März 2027 einen monatlichen Umfang von etwa 2 Billionen Yen zu erreichen.
- Inflationssorgen bleiben bestehen: Die Verbraucherpreise ohne frische Lebensmittel lagen zuletzt bei rund 3,5 % und damit deutlich über dem Zielwert von 2 %, was auf Lohn-Preis-Übertragungseffekte und höhere Importkosten zurückzuführen ist.
- Vorsichtige Konjunkturaussichten: Das Wachstum dürfte sich aufgrund der Auswirkungen der Handelspolitik und der Konjunkturabkühlung im Ausland abschwächen, wobei die lockere Geldpolitik etwas stützen dürfte.
- Handelspolitische Risiken hervorgehoben: Der Vorstand betonte die „extreme Unsicherheit” hinsichtlich der sich entwickelnden globalen Handelspolitik und ihrer möglichen Auswirkungen auf die Wirtschaftstätigkeit und die Preise.
Link zu den offiziellen Erklärungen der BOJ
In seiner Pressekonferenz nach der Sitzung betonte Gouverneur Kazuo Ueda, dass künftige Zinsentscheidungen weiterhin von den Daten abhängen werden, wobei der Fokus insbesondere auf dem Lohnwachstum und der Nachhaltigkeit der Inflation liegen wird. Er merkte an, dass die Zentralbank zwar davon ausgeht, dass die Inflation nahe ihrem Zielwert von 2 % bleiben wird, dass jedoch die globalen handelspolitischen Gegenwinde die Wirtschaftsaussichten erschweren könnten.
Die Entscheidung, das Tempo der Reduzierung der Anleihekäufe ab 2026 zu verlangsamen, spiegelt den Wunsch der BOJ wider, unnötige Marktvolatilität zu vermeiden und gleichzeitig ihren schrittweisen Normalisierungskurs beizubehalten. Ein Vorstandsmitglied (Naoki Tamura) stimmte dagegen und sprach sich dafür aus, das schnellere Tempo der vierteljährlichen Reduzierung um 400 Mrd. Yen bis 2027 beizubehalten.
Marktreaktionen
Japanischer Yen gegenüber wichtigen Währungen: 5-Minuten-Chart

Überlagerung von JPY gegenüber wichtigen Währungen, Grafik von TradingView
Die erste Reaktion des Yen war in den ersten Stunden nach der Veröffentlichung der Erklärung durchweg positiv, aber die Bewegungen wurden wie erwartet begrenzt, da die Händler wahrscheinlich auf weitere Details aus der anschließenden Pressekonferenz warteten.
Nach der Pressekonferenz wurde der Yen wieder volatiler, fiel zunächst, erholte sich aber während der Londoner Börsensitzung genauso schnell wieder und schwankte während der US-Börsensitzung.
Diese Seitwärtsbewegung tendierte für den Rest der Sitzung insgesamt leicht nach unten, wahrscheinlich weil die Händler das langsamere Tempo der JGB-Reduzierung als leicht zurückhaltend interpretierten. Die insgesamt relativ verhaltene Reaktion spiegelte wahrscheinlich auch wider, dass die meisten Elemente der Entscheidung von der Zentralbank in den jüngsten Mitteilungen bereits angekündigt worden waren.
Man könnte auch sagen, dass die fehlende Richtungstendenz in dieser Sitzung auf das Fehlen expliziter Hinweise auf künftige Zinserhöhungen, die anhaltenden Unsicherheiten in der globalen Handelspolitik, das langsamere Tempo der JGB-Reduzierung und das Ausbleiben größerer Änderungen der Politik zurückzuführen ist. Außerdem könnte die Betonung der Datenabhängigkeit und der externen Risiken durch die Zentralbank die Erwartungen verstärkt haben, dass künftige Straffungen schrittweise und vorsichtig erfolgen werden.