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Der US-Dollar startete 2026 fast auf dem niedrigsten Stand seit Oktober 2025 und setzte damit eine schwierige Phase fort, in der der Greenback 2025 etwa 9 % verlor und damit seine schlechteste Jahresperformance seit fast einem Jahrzehnt hinlegte.

Was steckt hinter dieser Dollarschwäche und was könnte in den kommenden Wochen eine Wende bringen?

Schauen wir uns die drei wichtigsten Themen an, die das Verhalten des USD im Januar beeinflussen könnten:

1. Zinssenkungen der Fed und Führungsdrama

Die Fed hat die Zinsen im Jahr 2025 DREIMAL gesenkt und den Leitzins auf eine Spanne von 3,50 % bis 3,75 % gesenkt.

In den nächsten Wochen werden sowohl Trading-Neulinge als auch Profis versuchen, zu erraten, wie viele weitere Zinssenkungen im Jahr 2026 noch bevorstehen.

Die Prognosen der Fed selbst deuten auf nur eine weitere Senkung um einen Viertelpunkt für das gesamte Jahr hin. Allerdings gibt es große Meinungsverschiedenheiten unter den Fed-Vertretern.

Einige Entscheidungsträger wollen die Zinssenkungen komplett aussetzen, weil sie sich Sorgen um die Inflation machen , die immer noch über dem Zielwert der Fed von 2 % liegt. Andere denken, dass der schwächelnde Arbeitsmarkt eine aggressivere Lockerung rechtfertigt.

Derzeit preisen die Märkte etwa zwei Zinssenkungen für 2026 ein. Man sollte aber bedenken, dass die Amtszeit von Fed-Chef Jerome Powell im Mai 2026 endet und Präsident Trump voraussichtlich Anfang Januar seinen Kandidaten für den nächsten Fed-Vorsitzenden bekannt geben wird.

Warum das für Trader wichtig ist: Die Erwartung eines möglicherweise eher zurückhaltenden Fed-Vorsitzenden könnte den Dollar kurzfristig weiter schwächen.

Wenn Trump jemanden ernennt, der niedrigere Zinsen befürwortet, werden die Märkte dies schnell einpreisen. Sollte die Fed jedoch im Januar eine Zinssenkungspause einlegen (was die meisten Analysten erwarten), könnte es zu einer kurzfristigen Erholung des Dollars kommen.

2. Chaos in der Zollpolitik

Im Laufe des Jahres 2025 erlebten wir eine wilde Achterbahnfahrt mit Zollankündigungen, Verzögerungen und Kehrtwenden. Erst letzte Woche unterzeichnete Trump eine Präsidialverordnung, mit der die für den 1. Januar 2026 geplante Erhöhung der Zölle auf Möbel, Küchenschränke und Waschtische verschoben wurde. Diese Zölle werden nun auf Januar 2027 verschoben. Huch!

In der Zwischenzeit prüft der Oberste Gerichtshof der USA die Rechtmäßigkeit von Trumps umfassenden Zöllen, wobei eine Entscheidung für Anfang 2026 erwartet wird. Sollte das Gericht diese Zölle für unzulässig erklären, könnte dies zu erheblichen politischen Veränderungen führen – auch wenn die Regierung über alternative rechtliche Möglichkeiten verfügt.

Die Wirtschaftstheorie sagt, dass Zölle eine Währung stärken sollten, aber das ist nicht das, was wir sehen. Stattdessen untergraben die ständigen politischen Kehrtwenden und die rechtliche Unsicherheit das Vertrauen in den Dollar.

Warum das für Trader wichtig ist: Schlagzeilen über Zölle werden auch im Januar für Volatilität sorgen. Behalt die Nachrichten aus dem Obersten Gerichtshof und alle neuen Handelsankündigungen im Auge. Die Unsicherheit selbst ist wohl schädlicher für den Dollar als die Zölle selbst.

3. Sinkende Attraktivität bei verbessertem globalen Wachstum

Jahrelang hatten die USA einen massiven Vorteil –ein stärkeres Wirtschaftswachstum und höhere Zinsen als andere große Volkswirtschaften. Das zog Kapital in Dollar-Anlagen und stützte den Greenback. Heute ist dieser Vorteil geschwunden, da viele große Volkswirtschaften langsam aus der wirtschaftlichen Schwäche herauskommen und die Inflation über dem Zielwert bleibt.

Gleichzeitig plant die Federal Reserve eine schrittweise Senkung der Zinsen, während einige andere große Zentralbanken möglicherweise in die andere Richtung gehen und damit die Zinsdifferenz verringern, die zuvor den Dollar begünstigt hat.

Warum das für Trader wichtig ist: Behalt die Veröffentlichung von Wirtschaftsdaten aus Europa, Japan und anderen großen Volkswirtschaften im Auge. Positive Überraschungen aus dem Ausland könnten zusätzlichen Druck auf den Dollar ausüben.

Was im Januar zu beachten ist

Für Trader könnte der Januar ein unruhiger Monat für den Dollar werden.

Die allgemeine Meinung geht in Richtung einer anhaltenden Dollarschwäche, aber lass dich nicht von kurzfristigen Aufschwüngen überraschen, vor allem wenn die Fed bei ihrer Sitzung am 28. und 29. Januar einen hawkischen Ton anschlägt oder wenn die Unsicherheit bezüglich der Zölle nachlässt.

Bleib flexibel, achte auf Schlagzeilenrisiken und denk daran, dass die Entwicklung des Dollars im Jahr 2026 stark davon abhängen wird, wie sich diese drei Themen entwickeln. Wie immer im Devisenhandel geht es nicht nur darum, was passiert, sondern auch darum, was im Verhältnis zu den Erwartungen passiert.

Haftungsausschluss: Die obige Analyse dient nur zu Bildungs- und Informationszwecken. Sie ist nicht als Anlage- oder Handelsberatung gedacht und sollte auch nicht als Empfehlung verstanden werden, eine bestimmte Position auf dem Markt einzunehmen. Der Zweck dieses Inhalts ist es, den Lesern die jüngsten wirtschaftlichen Entwicklungen näherzubringen, die das Marktverhalten beeinflussen könnten. Diese Erkenntnisse sollen jedem Händler dabei helfen, seine eigenen Szenarien und Richtungsvorstellungen zu entwickeln, die vor einer Umsetzung möglicherweise einer weiteren Analyse und sorgfältigen Prüfung bedürfen.

Alle Handelsentscheidungen – einschließlich Einstieg, Ausstieg, Risikomanagement und Positionsgröße – liegen ganz in der Verantwortung des einzelnen Händlers. Die besprochenen Szenarien und Interpretationen sind möglicherweise nicht für alle Handelsstrategien, Risikoprofile oder Portfolioziele geeignet. Das bisherige Marktverhalten ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. Bitte handeln Sie verantwortungsbewusst und auf eigenes Risiko.