This article has been translated from English to German.

Da die ISM-PMI-Berichte vom November ein gemischtes Bild der US-Wirtschaft zeigten, haben Marktbeobachter auf die Dezember-Zahlen gewartet, um hoffentlich mehr Klarheit zu bekommen.

Stattdessen haben die neuesten PMI-Werte die unterschiedliche Entwicklung des verarbeitenden Gewerbes und des Dienstleistungssektors noch deutlicher gemacht, was die Aussichten für eine Rezession in den USA und die weitere Entwicklung der Geldpolitik der Fed noch unklarer macht.

Wie sich herausstellte, hat die Fertigungsindustrie nach wie vor zu kämpfen, da die Fabriken Monat für Monat weiter schrumpfen. Der Dienstleistungssektor (z. B. Restaurants, Gesundheitswesen, Finanzunternehmen) verzeichnete hingegen gerade den stärksten Wert seit über einem Jahr.

Was stimmt nun? Steht die Wirtschaft kurz vor einer Rezession oder läuft alles reibungslos?

Die Antwort liegt darin, zu verstehen, was uns die ISM-Umfragen vom Dezember wirklich über die Richtung der Wirtschaft, die Wahrscheinlichkeit einer Rezession und die möglichen nächsten Schritte der Federal Reserve sagen.

Die Grundlagen: Was sind ISM-Umfragen?

Jeden Monat stellt das Institute for Supply Management Hunderten von Einkaufsmanagern (also den Leuten, die tatsächlich Einkäufe für Unternehmen tätigen) eine einfache Frage: Verbessern sich die Geschäftsbedingungen, verschlechtern sie sich oder bleiben sie unverändert?

Ihre Antworten werden zu zwei wichtigen Zahlen zusammengefasst:

ISM Manufacturing PMI: Umfragen unter über 400 Industrieunternehmen zu Produktion, Auftragseingängen, Beschäftigung und Lagerbeständen.

ISM Services PMI: Umfragen bei Unternehmen aus den Bereichen Finanzen, Gesundheitswesen, Einzelhandel, Gastgewerbe und anderen Dienstleistungsbranchen – Sektoren, die fast 80 % der US-Wirtschaft ausmachen.

Die magische Zahl ist 50. Über 50 bedeutet, dass der Sektor wächst. Unter 50 bedeutet, dass er schrumpft.

Die Zahlen für Dezember: Eine Wirtschaft mit gespaltener Persönlichkeit

Das haben die Umfragen im Dezember gezeigt:

PMI für das verarbeitende Gewerbe: 47,9 (Rückgang gegenüber 48,2 im November)

  • 10. Monat in Folge mit Rückgang
  • Auftragseingänge bei 47,7 (immer noch rückläufig, aber leicht verbessert)
  • Beschäftigung bei 44,9 (schwach, aber besser als im November)
  • Produktion bei 51 (tatsächlich im Wachstum, einer der wenigen Lichtblicke)

PMI für Dienstleistungen: 54,4 (Anstieg gegenüber 52,6 im November)

  • Höchster Wert seit Juni 2024
  • Neue Aufträge sind auf 57,9 gestiegen (starkes Wachstum)
  • Geschäftstätigkeit bei 56 (solide Expansion)
  • Beschäftigung bei 51,4 (bescheidenes Wachstum)

Warum das wichtig ist: Der Balanceakt der Wirtschaft

Das Wichtigste, was man dabei beachten sollte: Die Fertigungsindustrie macht nur etwa 11 % der US-Wirtschaft aus, während Dienstleistungen fast 80 % ausmachen.

Stell dir das so vor: Wenn 10 Fabriken Probleme haben, aber 80 Restaurants, Krankenhäuser, Banken und Tech-Unternehmen gut laufen, kann die Gesamtwirtschaft trotzdem in Ordnung sein. Das ist im Grunde genommen die aktuelle Lage der US-Wirtschaft.

Aber es gibt einen Haken. Die Fertigungsindustrie war in der Vergangenheit immer ein Frühindikator, da sie in der Regel vor größeren wirtschaftlichen Problemen warnt, bevor diese eintreten. Zuerst gehen die Fabrikaufträge zurück, dann breitet sich die Schwäche aus. Jede Rezession in den USA seit 1948 war durch einen schrumpfenden Fertigungssektor gekennzeichnet.

Die Rezessionsrechnung

Steuert die US-Wirtschaft also wirklich auf eine Rezession zu? Die Daten sind wirklich gemischt:

Warnsignale aus dem verarbeitenden Gewerbe:

  • ISM seit 10 Monaten in Folge unter 50 (25 der letzten 26 Monate)
  • Wenn der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe über einen längeren Zeitraum unter 42,5 bleibt, ist das historisch gesehen ein Zeichen dafür, dass die Gesamtwirtschaft schrumpft
  • Derzeit bei 47,9: Nicht katastrophal, aber immer noch schwach
  • Die Beschäftigung in Fabriken geht weiter zurück (11 Monate in Folge mit Stellenabbau)

Erfreuliche Anzeichen aus dem Dienstleistungssektor:

  • Der Dienstleistungs-PMI liegt bei 54,4 und zeigt eine gesunde Expansion
  • Die Gesamtwirtschaft wächst, wenn der Dienstleistungs-PMI über 49 liegt.
  • Viele neue Aufträge deuten darauf hin, dass es weiter so bleibt
  • Solange 80 % der Wirtschaft wachsen, ist das Rezessionsrisiko begrenzt

Aktuelle Rezessionswahrscheinlichkeit: Die meisten Ökonomen schätzen die Wahrscheinlichkeit einer Rezession für 2026 auf 30 bis 40 %. Das ist im Vergleich zu normalen Zeiten (15 bis 20 %) erhöht, aber noch nicht sicher. Die Finanzmärkte (basierend auf Prognosemärkten) zeigen ähnliche Wahrscheinlichkeiten – etwa 25 bis 35 % Wahrscheinlichkeit einer Rezession bis Ende 2026.

Auswirkungen auf die Fed-Sitzung im Januar

Die US-Notenbank trifft sich am 27. und 28. Januar, um zu entscheiden, ob sie die Zinsen weiter senken wird. Hier ist, warum diese ISM-Umfragen für diese Entscheidung wichtig sind:

Argumente für eine Beibehaltung der Zinsen (was die Fed wahrscheinlich tun wird):

  • Die Stärke des Dienstleistungssektors bedeutet, dass die Wirtschaft nicht zusammenbricht
  • Der starke Dienstleistungs-PMI von 54,4 deutet darauf hin, dass das BIP-Wachstum weiterhin solide ist
  • Marktchancen für eine Zinssenkung im Januar: nur 16 % (laut CME FedWatch Tool)
  • Die Fed hat die Zinsen 2025 schon dreimal gesenkt (insgesamt um 0,75 %)
  • Die aktuellen Zinsen von 3,5–3,75 % sind schon fast auf einem „neutralen” Niveau

Argumente für eine Zinssenkung (weniger wahrscheinlich):

  • Die Schwäche im verarbeitenden Gewerbe hält unvermindert an
  • Die Beschäftigung in der Industrie geht weiter zurück
  • Die schwachen Daten aus dem verarbeitenden Gewerbe könnten sich irgendwann auch auf den Dienstleistungssektor ausbreiten.
  • Die Inflation hat sich auf fast das 2 %-Ziel der Fed abgekühlt

Was zu erwarten ist: Die Fed wird die Zinsen bei ihrer Sitzung im Januar mit ziemlicher Sicherheit unverändert lassen. Fed-Chef Jerome Powell hat deutlich gemacht, dass man sich in einer „Abwartehaltung” befindet. Die Märkte preisen möglicherweise ein oder zwei weitere Zinssenkungen im Laufe des Jahres 2026 ein, wahrscheinlich im Frühjahr oder Herbst, aber nur, wenn sich die Wirtschaftsdaten weiter abschwächen oder die Inflation moderat bleibt.

Fazit

Die ISM-Umfragen vom Dezember zeigen ein Bild einer Wirtschaft mit gespaltener Persönlichkeit. Die Produktion ist eindeutig in einer Krise – seit 10 Monaten schrumpft sie und das geht weiter. Aber der viel größere Dienstleistungssektor hat gerade den besten Wert seit sechs Monaten erreicht, was darauf hindeutet, dass die Wirtschaft nicht kurz vor dem Zusammenbruch steht.

Für Rezessionsbeobachter: Die Wahrscheinlichkeit für 2026 liegt weiterhin bei etwa 30-40 %, was zwar hoch, aber nicht katastrophal ist. Entscheidend wird sein, ob sich die Schwäche des verarbeitenden Gewerbes auf den Dienstleistungssektor ausbreitet oder ob die Stärke des Dienstleistungssektors letztendlich das verarbeitende Gewerbe wieder nach oben zieht.

Für Beobachter der Fed: Am 27. und 28. Januar wird es mit ziemlicher Sicherheit eine Entscheidung ohne Änderung der Zinssätze geben. Die Fed hat bereits dreimal die Zinsen gesenkt und kann nun eine Pause einlegen, um zu sehen, wie sich die Wirtschaft entwickelt. Künftige Senkungen im Jahr 2026 werden davon abhängen, ob die Beschäftigung deutlich zurückgeht oder ob die Inflation unerwartet wieder anzieht.

Was als Nächstes zu beachten ist:

  • Arbeitsmarktbericht für Januar (Veröffentlichung Anfang Februar) auf Anzeichen einer Abschwächung des Arbeitsmarktes
  • Inflationsdaten für Januar (VPI am 12. Februar), um zu sehen, ob die Entwicklung in Richtung 2 % weitergeht
  • Die ISM-Umfragen für Januar (Anfang Februar), um zu sehen, ob diese Divergenz anhält
  • Die Entscheidung der Fed am 28. Januar, um mögliche Hinweise auf Zinssenkungen im März oder April zu bekommen

Denk dran, dass es keine Garantien für das Marktverhalten und die Ergebnisse gibt, sondern nur Wahrscheinlichkeiten. Die Kluft zwischen der Schwäche des verarbeitenden Gewerbes und der Stärke des Dienstleistungssektors sorgt für echte Unsicherheit über die weitere Entwicklung. Sei auf verschiedene Szenarien vorbereitet, gehe entsprechend mit deinen Risiken um und setz nicht alles auf eine Karte.


Haftungsausschluss: Der Handel und das Investieren sind mit Risiken verbunden, und die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und sollte nicht als Anlageberatung angesehen werden. Mach immer deine eigenen Recherchen und zieh in Betracht, einen Finanzberater zu konsultieren, bevor du Anlageentscheidungen triffst. Saisonale Muster sind Beobachtungen, keine Vorhersagen, und sollten niemals die einzige Grundlage für Handelsentscheidungen sein.