This article has been translated from English to German.
Der britische Arbeitsmarkt hat sich in den drei Monaten bis August 2025 weiter verschlechtert, wobei die Arbeitslosigkeit auf 4,8 % gestiegen ist – den höchsten Stand seit Mai 2021.
Die neuesten Daten des Amtes für nationale Statistik zeigen eine besorgniserregende Mischung aus steigender Arbeitslosigkeit und anhaltendem Lohndruck, was die geldpolitischen Aussichten der Bank of England (BOE) kompliziert.
Die neuesten Berichte deuten darauf hin, dass britische Unternehmen angesichts der zunehmenden wirtschaftlichen Unsicherheit weniger Personal einstellen oder ausscheidende Mitarbeiter nicht ersetzen. Die sich verschlechternden Beschäftigungsbedingungen spiegelten zum Teil auch die Auswirkungen der höheren Sozialversicherungsbeiträge und der Erhöhung des Mindestlohns wider, die Anfang 2025 eingeführt wurden.
Wichtigste Erkenntnisse:
- Die Arbeitslosenquote stieg von 4,7 % im Vorquartal auf 4,8 % im Zeitraum Juni bis August 2025 und lag damit deutlich über den 4,1 % des Vorjahres.
- Die Zahl der Antragsteller stieg im September um 25.800 auf 1,692 Millionen und lag damit weit über den Prognosen von 10.300.
- Das reguläre Lohnwachstum (ohne Boni) verlangsamte sich im Jahresvergleich auf 4,7 %, während die Gesamtbezüge um 5,0 % stiegen.
- Die Zahl der offenen Stellen sank im Zeitraum Juli bis September auf 717.000 und verzeichnete damit den 39. Rückgang in Folge.
- Die Zahl der Beschäftigten sank im Monatsvergleich um 10.000, was einem Rückgang von 93.000 im Jahresvergleich entspricht
Die Kombination aus steigender Arbeitslosigkeit und nach wie vor hohem Lohnwachstum stellte die BOE vor eine schwierige Situation.
Während der schwächere Arbeitsmarkt darauf hindeutete, dass die wirtschaftliche Dynamik nachließ – was weitere Zinssenkungen rechtfertigen könnte –, lag das Lohnwachstum mit 5,0 % weiterhin deutlich über dem Niveau, das mit dem Inflationsziel der BOE von 2 % vereinbar ist.
Der anhaltende Rückgang der offenen Stellen seit fast 10 Jahren signalisierte ebenfalls eine anhaltende Schwäche der Arbeitskräftenachfrage, was darauf hindeutete, dass die Unternehmen angesichts der anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheiten weiterhin zurückhaltend mit Expansionen waren. Diese breit angelegte Verschlechterung der Arbeitsmarktindikatoren deutete auf potenzielle Herausforderungen für das Wachstum in Großbritannien in den kommenden Monaten hin.
Link zur Übersicht über den britischen Arbeitsmarkt des ONS (September 2025)
Marktreaktion
Britisches Pfund gegenüber wichtigen Währungen: 5-Minuten-Chart

Überlagerung des GBP -Charts gegenüber den wichtigsten Währungen von TradingView
Devisenhändler schienen sich mehr auf die sich verschlechternde Beschäftigungslage zu konzentrieren, wobei die Terminmärkte sofort eine höhere Wahrscheinlichkeit für Zinssenkungen durch die BOE vor Jahresende einpreisten. Der deutliche Anstieg der Zahl der Arbeitslosen und das Durchbrechen der psychologisch wichtigen Arbeitslosenquote von 4,8 % haben wahrscheinlich die Erwartungen verstärkt, dass die britische Wirtschaft schneller als erwartet an Schwung verliert.
Das britische Pfund, das sich bisher an den Gegenwährungsströmen orientiert hatte, wurde nach Bekanntgabe der Daten stark und breit abgestraft. Das Pfund musste gegenüber dem kanadischen Dollar und sicheren Währungen wie dem Dollar, dem Yen und dem Franken die härtesten Verluste hinnehmen, bevor es eine Stunde später einige Verluste wieder wettmachen konnte.
Das Pfund schwankte den größten Teil des Tages, aber der frühe Ausverkauf in London gab den Ton an. Als die Börsen in New York schlossen, lag das GBP gegenüber allen Währungen außer den rohstoffbezogenen Währungen wie dem australischen und dem neuseeländischen Dollar im Minus.