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Die Verbraucherpreisinflation im Vereinigten Königreich ist im Juni auf 3,6 % im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, nach 3,4 % im Mai. Das ist der höchste Wert seit Januar 2024 und könnte die Erwartungen für aggressive Zinssenkungen durch die Bank of England in naher Zukunft dämpfen.

Wichtigste Punkte aus dem CPI-Bericht für Juni

  • Der Gesamt-VPI stieg auf 3,6 % im Jahresvergleich und lag damit über der Konsensprognose von 3,4 %, während die monatliche Inflationsrate von 0,1 % im Juni 2024 auf 0,3 % kletterte.
  • Der Kern-VPI (ohne Energie, Lebensmittel, Alkohol und Tabak) stieg von 3,5 % im Maiauf 3,7 %, was auf anhaltenden Preisdruck hindeutet.
  • Der CPIH (einschließlich Wohnkosten für Eigenheimbesitzer) stieg von 4,0 %auf 4,1 % und blieb damit deutlich über dem Zielwert der Bank of England von 2 %.
  • Die Transportkosten, vor allem Kraftstoffe, trugen am stärksten zum monatlichen Anstiegbei, während die Kosten für Wohnen und Haushaltsdienstleistungen einen gewissen Ausgleich schufen.
  • Die Dienstleistungsinflation blieb stabil bei 4,7 %, während die Güterinflation von 2,0 % auf 2,4 % stieg und damit den höchsten Stand seit Oktober 2023 erreichte.
  • Die Inflation bei Lebensmitteln und alkoholfreien Getränken stieg von 4,4 %auf 4,5 % und stieg damit zum dritten Mal in Folge.

Link zur offiziellen Veröffentlichung des ONS zur Verbraucherpreisinflation

Diese Zahlen machen die Herausforderung für die Bank of England noch deutlicher, da sie einen Balanceakt zwischen der Eindämmung des anhaltenden Preisdrucks und der Unterstützung des Wirtschaftswachstums vollführt. Man könnte argumentieren, dass die Zentralbank angesichts der allgemeinen Konjunkturschwäche trotzdem mit Zinssenkungen fortfahren könnte, aber der leichte Anstieg der Inflation gibt denjenigen Recht, die einen vorsichtigeren Ansatz bevorzugen.

Die Daten zeigen, dass der Disinflationsprozess im Vereinigten Königreich weiterhin ungleichmäßig verläuft, wobei die Inflation bei Dienstleistungen mit 4,7 % besonders hartnäckig ist und mehr als doppelt so hoch liegt wie das Ziel der BoE. Die Märkte werden die kommenden Daten zum britischen Arbeitsmarkt und die Wirtschaftsindikatoren wahrscheinlich genau beobachten, um einzuschätzen, ob dieser Inflationsanstieg nur eine vorübergehende Erscheinung ist oder einen besorgniserregenderen Trend darstellt, der die geldpolitische Ausrichtung der BoE verändern könnte.

Marktreaktionen

Britisches Pfund gegenüber wichtigen Währungen: 5 Minuten

Overlay of GBP vs. Major Currencies Chart by TradingView

Überlagerung von GBP gegenüber wichtigen Währungen Chart von TradingView

Das britische Pfund zeigte nach der Veröffentlichung der Inflationsdaten gemischte Reaktionen gegenüber den wichtigsten Währungen. Zunächst war eine Stärke gegenüber den wichtigsten Gegenwährungen zu beobachten, da die Märkte den über den Erwartungen liegenden Wert als Verringerung der Wahrscheinlichkeit einer aggressiven Lockerung der Geldpolitik durch die BoE interpretierten.

Die erste Reaktion war aber relativ verhalten und hielt sich während der gesamten Londoner Vormittagssitzung in Grenzen, was darauf hindeutet, dass die Händler bereits auf die Möglichkeit einer hartnäckigen Inflation eingestellt waren. Im weiteren Verlauf der Sitzung am Mittwoch tendierte das GBP gegenüber den wichtigsten Währungen weiterhin leicht bullish.

Die insgesamt verhaltene, gemischte Reaktion könnte ein Signal dafür sein, dass Devisenhändler weiterhin die Anzeichen einer hartnäckigen Inflation gegen die anhaltenden Sorgen um das Wirtschaftswachstum in Großbritannien und die erhöhte Unsicherheit darüber abwägen, ob die BoE bei ihrer Sitzung im August die weithin erwartete Zinssenkung vornehmen wird.