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Die US-Notenbank hat bei ihrer Sitzung im Juli den Leitzins im Bereich von 4,25 % bis 4,50 % gelassen, während ihr Chef Jerome Powell bei der Pressekonferenz ein paar eher strenge Kommentare abgegeben hat.
Zwei Fed-Gouverneure – Christopher Waller und Michelle Bowman – stimmten für eine sofortige Zinssenkung um 25 Basispunkte, womit zum ersten Mal seit Dezember 1993 zwei in Washington ansässige Gouverneure des Board offiziell eine abweichende Meinung vertraten. Ihre Ablehnung unterstreicht die wachsenden internen Spannungen hinsichtlich des Ansatzes der Fed, angesichts der unsicheren Wirtschaftsaussichten ein Gleichgewicht zwischen Beschäftigungs- und Inflationssorgen herzustellen.
Wichtigste Erkenntnisse aus der Erklärung des FOMC vom Juli
- Zinsen unverändert: Der Zielkorridor für die Fed Funds Rate wurde zum vierten Mal in Folge bei 4,25 % bis 4,50 % belassen.
- Wirtschaftliche Einschätzung: Der Ausschuss räumte ein, dass sich „das Wirtschaftswachstum in der ersten Jahreshälfte abgeschwächt hat”.
- Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosenquote bleibt „niedrig” bei „soliden” Arbeitsmarktbedingungen
- Inflationsausblick: Der Preisdruck wird als „etwas erhöht” beschrieben
- Politische Ausblick: Die Fed wird „die eingehenden Daten sorgfältig bewerten“, bevor sie die Zinsen anpasst
- Historische Meinungsverschiedenheit: Zwei Gouverneure stimmten für eine sofortige Senkung um 25 Basispunkte, die größte Ablehnung seit 1993
Die Entscheidung der Fed, die Zinsen trotz der Konjunkturabkühlung unverändert zu lassen, zeigt, dass die Zentralbank bei der Normalisierung ihrer Geldpolitik vorsichtig vorgeht. Die Fed-Vertreter zeigten sich zunehmend besorgt, dass eine verfrühte Lockerung den Inflationsdruck wieder anheizen könnte, vor allem wegen der Unsicherheiten rund um die Einführung von Zöllen und deren mögliche wirtschaftliche Auswirkungen.
Die Gegenstimmen von Waller und Bowman spiegeln die allgemeinen politischen Spannungen zwischen der Fed und der Trump-Regierung wider, die wiederholt sofortige Zinssenkungen gefordert hat, um das Wirtschaftswachstum zu stützen.
Link zur offiziellen Erklärung des FOMC (Juli 2025)
Während der Pressekonferenz wies Fed-Chef Powell Erwartungen einer baldigen Zinssenkung zurück und betonte die vorsichtige Haltung der Fed in Bezug auf eine geldpolitische Lockerung. Er bezeichnete die aktuelle Politik als „moderat restriktiv” und deutete an, dass die Zentralbank „gut positioniert ist, um abzuwarten”, bevor sie politische Anpassungen vornimmt.
Der Fed-Chef machte auch eine Äußerung, die von den Marktteilnehmern als hawkisch interpretiert wurde, nämlich dass die Zentralbank die durch die Zölle verursachte Inflation „durchschauen” könnte, indem sie die Zinsen nicht erhöht. Er deutete an, dass die Fed wahrscheinlich „eine klügere Entscheidung treffen würde, wenn wir ein paar Monate warten”, womit er eine Zinssenkung im Juli praktisch ausschloss und möglicherweise Zweifel an einer Maßnahme im September aufkommen ließ.
Link zur Pressekonferenz des FOMC (Juli 2025)
Marktreaktionen
US-Dollar gegenüber wichtigen Währungen: 5 Minuten

Überlagerung des USD -Charts gegenüber den wichtigsten Währungen von TradingView
Der Greenback, der nach den besser als erwarteten US-Daten zum vorläufigen BIP bereits Gewinne verzeichnen konnte, erhielt zusätzliche Unterstützung durch die Entscheidung der Fed, ihre Politik unverändert zu lassen. Was den Anstieg wirklich beflügelte, war die Pressekonferenz, da Powells Äußerungen die Erwartungen hinsichtlich einer künftigen Lockerung dämpften.
Der US-Dollar legte gegenüber allen wichtigen Währungen zu, besonders stark gegenüber den europäischen Währungen. Der Euro fiel um etwa 0,97 % gegenüber dem Dollar, während das britische Pfund um 0,93 % und der Schweizer Franken um 0,80 % nachgaben.
Der Dollar verzeichnete auch deutliche Gewinne gegenüber dem neuseeländischen Dollar (+0,76 %) und dem normalerweise robusten japanischen Yen, der gegenüber dem stärkeren Dollar um 0,59 % nachgab. Der kanadische Dollar konnte seine Verluste mit 0,20 % in Grenzen halten, da die Währung auch von der geldpolitischen Entscheidung der Bank of Canada profitierte.