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Die Finanzinstabilitätshypothese, die der Ökonom Hyman Minsky in den 1960er Jahren aufgestellt hat, besagt, dass das Finanzsystem mit der Zeit durch das Verhalten von Investoren und Kreditgebern immer anfälliger wird.

Die Hypothese besagt, dass Phasen des Wirtschaftswachstums Anreize für Investoren schaffen, mehr Risiken einzugehen und ihre Verschuldung zu erhöhen, was zu einer Finanzkrise führen kann, wenn die Wirtschaft wieder abkühlt.

Wer ist Hyman Minsky?

Hyman Minsky war ein 1919 geborener US-amerikanischer Ökonom und Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Washington University in St. Louis, der zu einer einflussreichen Persönlichkeit im Bereich des Verständnisses von Finanzinstabilität und wirtschaftlicher Stabilität wurde.

Er widmete seine Karriere der Frage, warum und wie Finanzkrisen entstehen, was ihn zu einer Art Detektiv in der Welt der Wirtschaft machte.

Am bekanntesten ist er für seine Finanzinstabilitätshypothese, die besagt, dass kapitalistische Volkswirtschaften im Laufe der Zeit eine inhärente Tendenz zu Instabilität und Krisen haben.

Wenn die Wirtschaft boomt und die Vermögenswerte steigen, wird das Finanzsystem instabiler und anfälliger für Krisen.

Minsky war auch ein Befürworter eines interventionistischen Ansatzes in der Wirtschaftspolitik und glaubte, dass der Staat eine aktive Rolle bei der Steuerung der Wirtschaft spielen sollte.

Was ist Minskys Finanzinstabilitätshypothese?

Minskys Finanzinstabilitätshypothese ist eine Theorie, die hilft, die Ursachen von Finanzkrisen zu erklären.

Die Hypothese besagt, dass Finanzkrisen in kapitalistischen Volkswirtschaften unvermeidbar sind.

Die Kernidee ist, dass Phasen wirtschaftlicher Stabilität dazu führen, dass Investoren und Kreditgeber mehr Risiken eingehen. Diese erhöhte Risikobereitschaft führt letztendlich zu Instabilität und Krisen.

Im Kern konzentriert sich die Hypothese auf drei Arten von Finanzphasen: die Hedge-Phase, die Spekulationsphase und die Ponzi-Phase.

Schauen wir uns das genauer an:

1. Hedge-Phase

In der Hedge-Phase erwirtschaftet ein Unternehmen genug, um seine Ausgaben und Schulden zu decken.

Dies ist die stabile und sichere Zone, in der Unternehmen und Investoren mit ihrer finanziellen Lage zufrieden sind.

Kreditnehmer können sowohl den Kapitalbetrag als auch die Zinsen aus ihren Cashflows zurückzahlen. Sie sind am wenigsten risikobehaftet.

2. Spekulative Phase

In der spekulativen Phase nimmt ein Unternehmen mehr Geld auf, um zu expandieren, kann aber nur die Zinsen für den neuen Kredit zurückzahlen, nicht den Kreditbetrag.

Das ist eine riskantere Situation, da das Unternehmen auf zukünftiges Wachstum angewiesen ist, um seine steigenden Schulden zu decken.

Kreditnehmer können die Zinsen zurückzahlen, müssen aber den Kapitalbetrag refinanzieren. Sie sind risikoreicher.

3. Ponzi-Phase

Die Ponzi-Phase ist die gefährlichste Phase. Hier leiht sich ein Unternehmen noch mehr Geld, kann aber nicht einmal die Zinsen für seine Kredite bezahlen.

Die Kreditnehmer können weder den Kapitalbetrag noch die Zinsen aus ihren Cashflows zurückzahlen. Sie sind auf steigende Vermögenspreise angewiesen, um ihre Kredite zurückzuzahlen. Sie sind am risikoreichsten.

Sie hoffen, dass der Wert ihrer Vermögenswerte (wie Immobilien oder Ausrüstung) steigt, damit sie diese verkaufen können, um ihre Schulden zu begleichen. Dieses Risikoniveau kann zu erheblicher finanzieller Instabilität führen.

Wie führt das zu einer Finanzkrise?

Wenn die Wirtschaft gut läuft, sind die Leute und Unternehmen eher zuversichtlich und bereit, mehr Risiken einzugehen.

Dies führt zu einem Übergang von der Hedge-Phase zur Spekulationsphase und schließlich zur Ponzi-Phase.

Je mehr Unternehmen und Privatpersonen in die Ponzi-Phase eintreten, desto instabiler wird das Finanzsystem. Letztendlich kann diese Instabilität zu einem Zusammenbruch führen, der eine Finanzkrise zur Folge hat.

Dadurch wird das System immer anfälliger. Jede Störung der Geldflüsse oder der Vermögenspreise kann zu massiven Zahlungsausfällen führen und die Wirtschaft in eine Krise stürzen.

Laut Minsky führt Stabilität zu Instabilität.

Zeiten der Stabilität und des Optimismus führen zu einer höheren Risikobereitschaft, was letztendlich zu Fragilität und Krisen führt. Die einzige Möglichkeit, Krisen zu verhindern, besteht darin, die Risikobereitschaft und Spekulationen in guten Zeiten zu begrenzen.

Zentralbanken und Regulierungsbehörden müssen „gegen den Wind lehnen”, um Instabilität einzudämmen.

Das ist der Kern von Minskys Finanzinstabilitätshypothese. Sie liefert eine überzeugende Erklärung dafür, warum der Kapitalismus regelmäßig Finanzkrisen erlebt.

Minsky argumentierte, dass diese Zyklen ein natürlicher Bestandteil des Kapitalismus sind und dass sie sich wiederholen werden, solange keine geeigneten Schutzmaßnahmen ergriffen werden.

Zusammenfassung

Die Finanzinstabilitätshypothese ist eine Theorie des Ökonomen Hyman Minsky, die besagt, dass ein stabiles Wirtschaftssystem im Laufe der Zeit aufgrund der zunehmenden finanziellen Fragilität instabil werden kann.

Minskys Theorie mahnt zur Vorsicht bei der Übernahme übermäßiger Risiken.

Minskys Theorie hat das Verständnis von Finanzkrisen und die Rolle von Regulierung bei der Förderung der Finanzstabilität maßgeblich beeinflusst.