This article has been translated from English to German.

Die Bank of Canada hat ihren Leitzins im Januar wie erwartet bei 2,25 % gelassen, obwohl sie die erhöhte Unsicherheit wegen der US-Handelsbeschränkungen erwähnt hat.

Während der Pressekonferenz betonte Gouverneur Tiff Macklem, dass die Bank mit den aktuellen geldpolitischen Rahmenbedingungen zufrieden sei, auch wenn die Verantwortlichen betonten, dass sie bereit seien, Anpassungen vorzunehmen, sollten sich die Bedingungen ändern.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Der Leitzins bleibt bei 2,25 %, der Bankzinssatz bei 2,5 % und der Einlagenzinssatz bei 2,20 %.
  • Die Wachstumsaussichten bleiben mit 1,1 % für 2026 und 1,5 % für 2027moderat und weitgehend unverändert gegenüber den Prognosen vom Oktober.
  • Die Inflation wird voraussichtlich nahe dem Zielwert von 2 % bleiben, wobei die jüngsten Werte bei etwa 2,5 % liegen (ohne Steuereffekte).
  • Die Handelsstörungen halten an, die Exporte liegen etwa 4 % unter dem Niveau vor Einführung der Zölle.
  • Der Arbeitsmarkt sendet gemischte Signale – die Beschäftigung ist in den letzten Monaten gestiegen, aber die Arbeitslosigkeit liegt mit 6,8 % auf einem hohen Niveau.
  • Die Unsicherheit wegen der CUSMA-Überprüfung und geopolitischen Risiken ist hoch, was die zukünftige Zinsentwicklung unvorhersehbar macht.
  • Strukturelle Anpassungen sind im Gange, da Unternehmen ihre Lieferketten umgestalten und neue Märkte suchen

In ihrer offiziellen Erklärung hat die Bank mehrere wichtige Risiken für die Aussichten genannt, wobei die Unsicherheit rund um die Überprüfung des CUSMA (Abkommen zwischen Kanada, den Vereinigten Staaten und Mexiko) die größte Sorge für die nächste Zeit ist. Das Abkommen soll 2026 überprüft werden, wobei die Ergebnisse von einer einfachen Verlängerung über umfangreiche Neuverhandlungen bis hin zu einem möglichen Austritt von Mitgliedsländern reichen können.

Ein weiteres zentrales Thema in der Erklärung der BOC vom Januar ist die anhaltende strukturelle Anpassung an das neue Handelsumfeld. Kanadische Unternehmen arbeiten aktiv daran, ihre Lieferketten neu zu organisieren, neue Exportmärkte zu erschließen und ihre Abhängigkeit von US-amerikanischen Vorleistungen zu verringern, was einen kostspieligen und zeitaufwändigen Übergangsprozess widerspiegelt.

Link zur offiziellen Erklärung der Bank of Canada (Januar 2026)

In ihrem vierteljährlichen Bericht zur Geldpolitik sagen die Entscheidungsträger voraus, dass die Inflation im Februar und März vorübergehend unter 2 % sinken wird, da die Energiepreise moderater werden und das Wachstum der Wohnkosten sich verlangsamt, bevor sie sich für den Rest des Prognosezeitraums in der Nähe des Zielwerts einpendelt.

Darüber hinaus geht die BOC davon aus, dass die Arbeitslosenquote kurzfristig hoch bleiben wird, bevor sie mit der Belebung des Wirtschaftswachstums und der Verlangsamung des Bevölkerungswachstums allmählich zurückgeht. Die Prognose geht davon aus, dass das Bevölkerungswachstum der über 15-Jährigen von 1,4 % im Jahr 2025 auf etwa 0,2 % im Jahr 2026 zurückgeht, was zu einem erheblichen Rückgang des Arbeitskräfteangebots führen wird.

Sie schätzen außerdem, dass die Produktionslücke derzeit zwischen -1,5 % und -0,5 % liegt und damit trotz Aufwärtskorrekturen der historischen BIP-Daten gegenüber Oktober unverändert geblieben ist.

Link zum vierteljährlichen Bericht der Bank of Canada zur Geldpolitik 

In der Pressekonferenz betonte BOC-Gouverneur Macklem, dass der aktuelle Leitzins von 2,25 % zwar auf Basis der zentralen Prognose als angemessen angesehen wird, „die erhöhte Unsicherheit es jedoch schwierig macht, den Zeitpunkt oder die Richtung der nächsten Leitzinsänderung vorherzusagen”.

Er erwähnte auch, dass die Geldpolitik eine unterstützende Rolle spielen kann, indem sie „die Wirtschaft in dieser Phase des Strukturwandels unterstützt und gleichzeitig die Inflation nahe dem Zielwert von 2 % hält”. Dies deutet darauf hin, dass die Sitzung im März weiterhin aktuell ist, wobei der weitere Verlauf stark davon abhängt, wie sich die CUSMA-Überprüfung entwickelt und ob die handelsbezogenen Unsicherheiten beginnen, die Binnennachfrage spürbar zu beeinflussen.

Link zur Pressekonferenz der BOC (Januar 2026)

Marktreaktion

Kanadischer Dollar gegenüber wichtigen Währungen: 5 Min.

CAD vs. Major Currencies 5-min - Chart Faster with TradingView

CAD gegenüber wichtigen Währungen 5-Minuten -Chart Schneller mit TradingView

Der kanadische Dollar, der in den Stunden vor der Ankündigung der BOC langsam gestiegen war, reagierte gemischt, aber überwiegend bullisch auf die Entscheidung, die Zinsen unverändert zu lassen.

Der Loonie verzeichnete zunächst starke Gewinne gegenüber dem japanischen Yen (+0,70 %), dem Schweizer Franken (+0,27 %) und dem Euro (+0,37 %), gab jedoch einige Pips zum Zeitpunkt der Pressekonferenz wieder ab, als Macklem andeutete, dass man sich die Möglichkeit weiterer Lockerungsmaßnahmen offenhalte, falls dies erforderlich sein sollte.

Der CAD gab schließlich seine kurze Rally gegenüber dem GBP (+0,11 %), dem NZD (-0,34 %) und dem AUD (-0,39 %) wieder ab und zeigte gegenüber dem US-Dollar (+0,07 %) zusätzliche Volatilität im Vorfeld der mit Spannung erwarteten Entscheidung des FOMC.