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Die Bank of England (BOE) hat ihren Leitzins im Juni wie erwartet bei 4,25 % belassen.

Die Abstimmung zeigte aber mehr Zurückhaltung als erwartet, denn drei von neun Mitgliedern des geldpolitischen Ausschusses (MPC) waren für eine sofortige Senkung um 25 Basispunkte auf 4,0 %.

Gouverneur Andrew Bailey sagte, dassdie Zinsen „weiter auf einem allmählichen Abwärtspfad bleiben”, betonte aber, dass die Welt „sehr unvorhersehbar” sei, und nannte die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten und die steigenden Ölpreise als Hauptsorgen.

Die Zentralbank geht davon aus, dass die Inflation bis Ende 2025 bei etwa 3,5 % bleiben und dann im nächsten Jahr wieder auf das Ziel von 2 % zurückgehen wird.

Link zur geldpolitischen Erklärung der Bank of England (Juni 2025)

Wichtigste Punkte

  • Die BOE hielt mit 6:3 Stimmen (drei wollten eine Senkung auf 4,0 %) an 4,25 % fest.
  • Bailey deutete an, dass der Lockerungszyklus im August wieder aufgenommen werden könnte
  • Die Inflation dürfte im September mit 3,7 % ihren Höhepunkt erreichen und dann wieder zurückgehen
  • Die Inflation im Dienstleistungsbereich bleibt trotz einiger Verbesserungen hartnäckig hoch
  • Die Ölpreise sind seit Mai wegen der Spannungen zwischen Israel und dem Iran um 26 % gestiegen
  • Das zugrunde liegende Wachstum ist schwach, und der Arbeitsmarkt kühlt sich weiter ab
  • Die BOE hält an ihrem „schrittweisen und vorsichtigen” Ansatz für Zinssenkungen fest

Die jüngste Einschätzung der BOE zeigt eine breite Schwäche in wichtigen Teilen der Wirtschaft. Sie rechnet für den Rest des Jahres 2025 mit einem BIP-Wachstum von nur 0,25 % pro Quartal, wobei die zugrunde liegende Dynamik trotz einiger verwirrender Monatsdaten weiterhin schwach erscheint.

Der Arbeitsmarkt zeigt weitere Anzeichen einer Abkühlung, die Arbeitslosigkeit steigt und die Zahl der offenen Stellen sinkt wieder auf das Niveau vor der Pandemie. Diese schwächere Beschäftigungslage dürfte im weiteren Jahresverlauf zu einem langsameren Lohnwachstum führen, was dazu beitragen könnte, die Dienstleistungsinflation, die immer noch bei rund 4,7 % liegt, zu senken.

Trotzdem erhöht der jüngste Anstieg der Energiepreise aufgrund der Spannungen im Nahen Osten das Risiko für die Inflationsaussichten.

Link zum Protokoll der MPC-Sitzung im Juni

Markt

Britisches Pfund gegenüber wichtigen Währungen: 5 Minuten

Overlay of GBP vs. Major Currencies

Überlagerung von GBP gegenüber wichtigen Währungen Chart von TradingView

Das britische Pfund, das zu Beginn des europäischen Handels an Aufwind gewonnen hatte, gab nach der geteilten Abstimmung der BOE deutlich nach. Aber das Pfund konnte schnell wieder Boden gutmachen und kehrte etwa eine Stunde nach der Veröffentlichung auf das Niveau vor der Veranstaltung zurück.

Die verhaltene Reaktion deutet darauf hin, dass das Ergebnis weitgehend erwartet worden war und die Händler sich bereits auf eine mögliche Senkung im August eingestellt hatten. Die leicht zurückhaltende Abstimmung verlieh dem Ergebnis etwas mehr Gewicht, aber Baileys ruhiger Ton trug zur Ausgewogenheit bei.

Die Märkte rechnen weiterhin mit zwei weiteren Zinssenkungen in diesem Jahr, sodass das Pfund vorerst in einer engen Bandbreite bleibt, während die Händler auf neue Daten und globale Schlagzeilen warten.