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Die Sahm-Regel ist eine informelle wirtschaftliche Messgröße, die sich bei der Vorhersage von Rezessionen in den USA als ziemlich gut erwiesen hat.

Die von der amerikanischen Ökonomin Claudia Sahm entwickelte Regel bietet eine vereinfachte Methode, um den Beginn einer Rezession vor allem anhand von Veränderungen der Arbeitslosenquote zu erkennen.

Die Sahm-Regel wurde als Teil ihres politischen Vorschlags entwickelt, Familien automatisch Konjunkturhilfen zu schicken, sobald eine Rezession beginnt.

Ursprünglich war sie nicht dazu gedacht, eine Rezession vorherzusagen, aber jetzt wird sie genutzt, um Konjunkturabschwächungen früher als mit herkömmlichen Methoden zu erkennen.

So funktioniert die Sahm-Regel

Claudia Sahm

Sie basiert auf der Beobachtung, dass die Wirtschaft in einer Rezession steckt oder kurz davor steht, wenn der gleitende Dreimonatsdurchschnitt der nationalen Arbeitslosenquote (U3) um 0,50 Prozentpunkte oder mehr gegenüber dem Tiefststand der letzten 12 Monate steigt.

Sahm hat diesen Wert anhand früherer Rezessionen ermittelt. Sie stellte fest, dass die Arbeitslosenquote in den Monaten vor einer Rezession tendenziell diese Schwelle von 0,5 Prozentpunkten überschreitet.

In der Vergangenheit hat sich die Arbeitslosigkeit nach Auslösen der Sahm-Regel weiter verschlechtert.

Der Grund dafür ist, dass ein leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit zu Beginn eines wirtschaftlichen Abschwungs ein Frühindikator für eine bevorstehende Rezession sein kann.

Dieser Ansatz ähnelt der Überwachung eines Vitalzeichens der Wirtschaft und bietet eine Frühwarnung vor Konjunkturabschwächungen.

Die Sahm-Regel ist relativ einfach zu verstehen und anzuwenden und hat sich als effektiver erwiesen als andere Rezessionsindikatoren, wie beispielsweise die Definition einer Rezession anhand von zwei Quartalen.

Das liegt daran, dass die Sahm-Regel sich auf die Arbeitslosenquote konzentriert, die zwar ein nachlaufender Indikator für die Wirtschaftstätigkeit ist, aber auch sehr empfindlich auf Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt reagiert.

Die Sahm-Regel wurde verwendet, um Rezessionen in den Jahren 1990, 2001, 2008 und 2020 vorherzusagen. In jedem dieser Fälle signalisierte die Regel eine Rezession, bevor das National Bureau of Economic Research (NBER) offiziell eine Rezession ausrief.

Sahm Rule

Die Sahm-Regel ist kein perfekter Indikator für Rezessionen, und es gab Zeiten, in denen die Regel eine Rezession signalisierte, die dann nicht eintrat.

Die Regel hat aber eine gute Erfolgsbilanz und wird von Ökonomen und Politikern als Instrument genutzt, da sie möglicherweise ein frühes Warnsignal für eine sich abschwächende Konjunktur sein kann.

Vorteile der Sahm-Regel

  • Einfachheit und Zugänglichkeit: Eine der größten Stärken der Sahm-Regel ist, dass sie einfach ist. Sie basiert auf leicht zugänglichen Arbeitslosendaten und kommt ohne komplizierte Berechnungen aus.
  • Erfolgsbilanz: Sie hat eine gute Erfolgsbilanz bei der Vorhersage von Rezessionen. Da sie auf einem nachlaufenden Indikator basiert, ist sie weniger anfällig für Störsignale in den Daten.
  • Leicht verständlich: Dank ihrer Einfachheit ist die Sahm-Regel nicht nur für Ökonomen, sondern auch für die breite Öffentlichkeit leicht verständlich, was ihren Nutzen in der öffentlichen Debatte erhöht.
  • Anpassungsfähigkeit: Obwohl die Sahm-Regel ursprünglich auf die US-Wirtschaft zugeschnitten war, kann sie auch für andere Länder angepasst werden, was sie zu einem vielseitigen Instrument für die globale Wirtschaftsanalyse macht.

Einschränkungen der Sahm-Regel

Trotz ihrer Vorteile hat die Sahm-Regel auch ihre Grenzen:

  • Genauigkeit: Die Sahm-Regel ist zwar ein zuverlässiger Indikator, aber nicht unfehlbar. Die Wirtschaft ist komplex, und die Regel kann manchmal falsche Signale geben. Sie kann zum Beispiel auch durch andere Faktoren als eine Rezession ausgelöst werden, wie zum Beispiel einen starken Anstieg der Arbeitslosenquote wegen einer Naturkatastrophe.
  • Abhängigkeit von Arbeitslosendaten: Die Wirksamkeit der Regel hängt stark von der Genauigkeit und Aktualität der Arbeitslosendaten ab, die manchmal ungenau sein können.
  • Enger Fokus: Die Regel basiert ausschließlich auf Arbeitslosenquoten und berücksichtigt keine anderen Wirtschaftsindikatoren, die ein umfassenderes Bild der Wirtschaftslage vermitteln könnten.

Insgesamt zeichnet sich die Sahm-Regel durch ihren benutzerfreundlichen Ansatz zur Erkennung von Rezessionen aus und ist damit ein wertvolles Instrument für politische Entscheidungsträger und die Öffentlichkeit gleichermaßen.

Sie ist zwar ein effizientes Frühwarnsystem, sollte aber zusammen mit anderen Wirtschaftsindikatoren genutzt werden, um ein umfassenderes Verständnis der wirtschaftlichen Trends und Bedingungen zu bekommen.