This article has been translated from English to German.
Eine„Bilanzbilanzrezession“tritt ein, wenn hohe Schulden im privaten Sektor zu einer längeren Phase des Schuldenabbaus führen, in der Unternehmen und Privatpersonen sich eher auf die Rückzahlung ihrer Schulden als auf Ausgaben oder Investitionen konzentrieren.
Diese Art der Rezession ist durch eine minimale Kreditnachfrage und ein trotz niedriger Zinsen schleppendes Wirtschaftswachstum gekennzeichnet, da der private Sektor mehr daran interessiert ist, seine Finanzlage zu verbessern („Deleveraging“), als zu expandieren oder zu konsumieren.
Dieses Konzept ist besonders interessant, weil es Auswirkungen auf die Wirtschaftspolitik hat, da traditionelle geldpolitische Instrumente unter diesen Bedingungen oft nicht so gut funktionieren.
Was ist eine Bilanzbilanzrezession?
Eine Bilanzbilanzrezession ist ein besonderer wirtschaftlicher Abschwung, bei dem Unternehmen und Verbraucher mehr sparen und Schulden abbezahlen als Geld ausgeben oder investieren, was zu einer langen Phase der wirtschaftlichen Stagnation führen kann.
Dieses Konzept wurde durch die Arbeit von Richard Koo bekannt, einem Ökonomen, der die wirtschaftlichen Probleme Japans in den 1990er und 2000er Jahren beschrieb.
Wo kommt das her?
Der Begriff „Bilanzbilanzrezession” wurde erstmals verwendet, um die wirtschaftliche Lage in Japan nach dem Platzen der Vermögenspreisblase Anfang der 1990er Jahre zu beschreiben.
Während der Blase waren die Preise für Vermögenswerte, vor allem Immobilien und Aktien, stark gestiegen.
Als die Blase platzte, blieben Unternehmen und Privatpersonen mit Bilanzen zurück, deren Vermögenswerte weit unter den Verbindlichkeiten lagen, die sie in den Boomjahren angehäuft hatten.
Infolgedessen konzentrierten sich die Wirtschaftsakteure statt auf Investitionen oder Ausgaben vorrangig auf den Abbau ihrer Schulden und die Sanierung ihrer Finanzen.
Mechanismen einer Bilanzbilanzrezession
Der wichtigste Mechanismus, der eine Bilanzbilanzrecession ausmacht, ist der Schuldenabbau. Normalerweise würden niedrigere Zinsen die Kreditaufnahme und die Ausgaben ankurbeln. In einer Bilanzbilanzrecession kommt es jedoch trotz niedriger Zinsen nicht zu einer Belebung der Kreditaufnahme.
Das liegt daran, dass sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen unter Wasser stehen: Ihre Vermögenswerte sind weniger wert als ihre Verbindlichkeiten, sodass sie sich eher auf den Schuldenabbau oder die Tilgung ihrer Schulden konzentrieren als auf Expansion oder neue Investitionen.
Dieser Entschuldungsprozess führt zu einem Rückgang der Nachfrage. Da Unternehmen weniger für Güter und Dienstleistungen ausgeben, geht die gesamtwirtschaftliche Aktivität zurück, was zu einem geringeren Wachstum oder einer Schrumpfung der Wirtschaft führt.
Diese mangelnde Nachfrage führt zu einem weiteren Rückgang der Vermögenspreise, was den Kreislauf aus Schuldenabbau und Investitionsmangel verstärkt.
Auswirkungen auf die Geldpolitik
Einer der schwierigsten Aspekte einer Bilanzbilanzrezession ist ihre Resistenz gegenüber traditionellen geldpolitischen Instrumenten.
Zentralbanken wie die Bank of Japan in den 1990er Jahren können in eine Falle geraten, in der selbst Nullzinsen (ZIRP) oder negative Zinsen (NIRP) kaum dazu beitragen, die Kreditaufnahme und die Ausgaben anzukurbeln.
Dieses Phänomen, das oft als„Push on a string“bezeichnet wird, zeigt die Grenzen der Geldpolitik, wenn Unternehmen und Verbraucher mehr auf die Gesundheit ihrer Bilanzen bedacht sind als darauf, von niedrigeren Kreditkosten zu profitieren.
Rolle der Fiskalpolitik
In einer Bilanzbilanzrezession wird die Fiskalpolitik oft zum wichtigsten Instrument der wirtschaftlichen Stabilisierung.
Staatliche Ausgaben können helfen, die Lücke zu füllen, die durch den Rückzug des privaten Sektors entsteht.
Für Japan bedeutete dies umfangreiche öffentliche Bauvorhaben und andere fiskalische Konjunkturmaßnahmen zur Ankurbelung der Nachfrage.
Richard Koo meint, dass solche Maßnahmen nicht nur hilfreich, sondern sogar wichtig sind, um zu verhindern, dass die Wirtschaft in eine Deflationsspirale gerät, in der sinkende Preise zu weiteren Verschiebungen von Ausgaben und Investitionen führen.
Vergleiche mit anderen Volkswirtschaften
Das Konzept der Bilanzbilanzrezession wurde auch verwendet, um die wirtschaftliche Lage in anderen Regionen zu verstehen, insbesondere nach der globalen Finanzkrise von 2008.
Volkswirtschaften wie die USA und Teile Europas zeigten nach der Krise ähnliche Symptome: Trotz sehr niedriger Zinsen kam es zu einem deutlichen Schuldenabbau im privaten Sektor, was zu einer schleppenden Erholung führte.
Kritik und Grenzen
Die Theorie der Bilanzbilanzrezession bietet zwar einen soliden Rahmen zum Verständnis bestimmter Konjunkturabschwünge, wird aber auch kritisiert.
Einige Ökonomen sagen, dass sie die Rolle der Verschuldung überbewertet und das Potenzial von Strukturreformen und technologischen Innovationen unterschätzt, die eine Erholung ohne große fiskalische Eingriffe vorantreiben könnten.
Andere weisen darauf hin, dass nicht alle Entschuldungsphasen zu langfristigen Rezessionen führen, was darauf hindeutet, dass die Dynamik je nach anderen wirtschaftlichen und politischen Faktoren erheblich variieren kann.
Langfristige Auswirkungen und Erholung
Die Erholung von einer Bilanzbilanzrezession kann ein langsamer Prozess sein, da sie sowohl die Wiederherstellung der finanziellen Gesundheit des privaten Sektors als auch die Rückkehr des Vertrauens in Investitionen und Konsum erfordert.
Die Erfahrungen Japans und anderer Länder zeigen, dass die Erholung nicht nur fiskalische Impulse erfordert, sondern auch Strukturreformen, um die zugrunde liegenden wirtschaftlichen Schwächen zu beheben und das Geschäftsumfeld zu verbessern.