This article has been translated from English to German.

„Recency Bias“ ist ein Begriff, der in Trading-Kreisen oft auftaucht, aber was bedeutet er eigentlich?

Einfach gesagt ist Recency Biasdie Tendenz von Tradern, zu viel Wert auf das zu legen, was gerade passiert ist, und dabei längerfristige Infos zu unterschätzen.

Diese Verzerrung macht die Marktanalyse eines Traders kaputt, weil sie das Urteilsvermögen trübt und die Entscheidungsfähigkeit beeinträchtigt.

Auf den Devisenmärkten zeigt sich Recency Bias typischerweise dann, wenn Trader sich auf ihre letzten Trades fixieren und den Blick für ihre Gesamtperformance verlieren.

Denken Sie an einen fundamentalen Trader, der auf einen gerade veröffentlichten Wirtschaftsbericht überreagiert und dabei den größeren makroökonomischen Kontext außer Acht lässt.

Oder denken Sie an einen technischen Trader, der den jüngsten Candlestick-Mustern übermäßige Bedeutung beimisst und dadurch wichtige langfristige Trends übersieht.

Die psychologische Dimension ist genauso wichtig. Stell dir zwei Trader vor:

Mike hat gerade drei erfolgreiche Trades abgeschlossen und hat insgesamt vier Gewinne und sechs Verluste erzielt. Sein Konto ist im Jahresverlauf um 1 % gestiegen.

John hat gerade 3 Verluste in Folge erlebt. Seine Bilanz zeigt 8 Gewinne und 7 Verluste, und sein Konto ist seit Jahresbeginn um 5 % gestiegen.

Mike freut sich über seine Glückssträhne, während John sich entmutigt fühlt.

Betrachtet man das Gesamtbild, so zeigt sich, dass John tatsächlich besser abschneidet. Er hat eine überlegene Gewinnquote und deutlich höhere Renditen als Mike.

Wenn Mike und John sich zu sehr auf die jüngsten Ergebnisse konzentrieren, laufen sie Gefahr, einem Recency-Bias zum Opfer zu fallen, der zukünftige Handelsentscheidungen sabotieren kann.

Mike könnte Warnsignale ignorieren und unüberlegt in Trades einsteigen, während John aus Frustration seine Risikomanagement-Protokolle aufgeben und mit Overtrading anfangen könnte. Keines der beiden Ergebnisse ist wünschenswert.

Erkennst du dich in diesen Szenarien wieder?

Wenn ja, hier sind Strategien, um dem Recency Bias entgegenzuwirken:

Führ ein detailliertes Trading-Tagebuch

Trade StatsWie in der School of Pipsology betont wird, funktioniert ein detailliertes Trading-Tagebuch wie ein persönlicher Coach, der jede deiner Entscheidungen überwacht.

Wenn du deine Fortschritte zusammen mit erfolgreichen und erfolglosen Trades verfolgst, bekommst du einen umfassenden Überblick über deine Trading-Performance und vermeidest es, dich zu sehr auf die letzten Ergebnisse zu fixieren.

Dokumentiere deine Handelsstrategie

Erstelle eine Checkliste mit Bedingungen, die erfüllt sein müssen, bevor du einen Trade eingehst.

Das hilft dir, weniger aus Emotionen zu handeln, egal ob es übermäßiges Selbstvertrauen nach Gewinnen oder Zögern nach Verlusten ist. So bleibst du auf die Ausführung fokussiert.

Übe bewusst

Bewusstes Üben bekräftigt, warum du deine Handelsstrategie entwickelt hast, und bestätigt deren Wirksamkeit.

Dieses Training hilft dir auch dabei, mit den vorherrschenden Marktthemen Schritt zu halten, und ermöglicht es dir, deinen Ansatz anzupassen, wenn sich die Bedingungen ändern.

Dieser doppelte Vorteil ermöglicht es dir, den Überblick zu behalten und gleichzeitig deine Leistung zu bewerten.

Beobachte deine Emotionen

Emotionale Bewusstheit ist entscheidend.

Wenn du merkst, dass Frustration oder übermäßiges Selbstvertrauen aufkommen, halte inne und überprüfe deine Trades objektiv.

Wenn dich eine Pechsträhne stresst, mach eine kurze Pause. Manche Trader finden mit Musik wieder zu sich. Andere schreiben Tagebuch oder sprechen über ihre Gedankengänge.

Die Verzerrung durch die jüngste Vergangenheit ist subtil. Im Moment erscheint sie logisch. Aber Trading ist ein langfristiges Unterfangen.

Beurteile deine Leistung über Monate hinweg, nicht über Tage.