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Die australische Wirtschaft ist im zweiten Quartal 2025 um 0,6 % gegenüber dem Vorquartal gewachsen. Damit hat sie die Erwartungen von 0,5 % übertroffen und auch die Zahlen für den vorherigen Zeitraum wurden nach oben korrigiert.

Im Vergleich zum Vorjahr wuchs die Wirtschaft im Juni-Quartal um 1,8 % und erreichte damit das schnellste Wachstum seit September 2023. Außerdem wurde die vorherige BIP-Zahl von 0,2 % auf 0,3 % Quartalswachstum nach oben korrigiert.

Wichtige Erkenntnisse aus dem australischen BIP-Bericht

  • Das Wachstum übertraf die Erwartungen: Das BIP stieg im Jahresvergleich um 1,8 % gegenüber einer Prognose von 1,6 %, wobei das vierteljährliche Wachstum von 0,6 % die Schätzung von 0,5 % übertraf.
  • Die Binnennachfrage trieb das Wachstum an: Der Konsum der privaten Haushalte trug 0,4 Prozentpunkte zum Wachstum bei und stieg um 0,9 %, da die frei verfügbaren Ausgaben um 1,4 % zunahmen.
  • Tourismus erholt sich: Die Ausgaben für Freizeit und Kultur stiegen um 2,0 %, die Transportdienstleistungen um 1,7 % und die Beherbergungsdienstleistungen um 1,9 %, was zum Teil auf die Nähe zu Ostern und dem ANZAC-Feiertag zurückzuführen ist.
  • Erholung im Bergbausektor: Die Produktion stieg um 2,3 %, da sich die Produktion von den wetterbedingten Störungen im Vorquartal erholte, obwohl die Gewinne aufgrund sinkender Rohstoffpreise zurückgingen.
  • Die Investitionen blieben verhalten: Die Gesamtinvestitionen gingen um 0,8 % zurück, wobei die öffentlichen Investitionen um 3,9 % sanken, da Infrastrukturprojekte kurz vor der Fertigstellung stehen.
  • Rückgang der Ersparnisse der privaten Haushalte: Die Sparquote sank von 5,2 % auf 4,2 %, da das Ausgabenwachstum das Einkommenswachstum überstieg.
  • Inflationsdruck begrenzt: Der BIP-Deflator stieg nur um 0,1 %, während die Terms of Trade aufgrund schwächerer Rohstoffpreise um 1,1 % zurückgingen

Link zum Bruttoinlandsprodukt Australiens (2. Quartal 2025)

Während das Gesamtwachstum die Erwartungen übertraf, zeigen die zugrunde liegenden Fundamentaldaten Bereiche auf, die Anlass zur Sorge geben und die künftige Entscheidungen der RBA beeinflussen könnten.

Die Stärke des privaten Konsums, vor allem bei den frei verfügbaren Gütern, deutet darauf hin, dass sich das Verbrauchervertrauen trotz des anhaltenden Drucks auf die Lebenshaltungskosten erholen könnte. Der Rückgang der Sparquote der privaten Haushalte auf 4,2 % – den niedrigsten Stand seit Anfang 2022 – zeigt aber, dass australische Familien ihre finanziellen Reserven aufbrauchen, um ihr Ausgabenniveau zu halten.

Die Erholung der Produktion im Bergbausektor hat das Quartalswachstum deutlich angekurbelt, aber die sinkenden Rohstoffpreise belasten weiterhin die Gewinnmargen und die Terms of Trade. Die Preise für Eisenerz und Kohle sind aufgrund der schwächeren globalen Nachfrage und der Sorge um ein Überangebot gesunken, vor allem weil China auf erneuerbare Energiequellen umstellt.

Die Schwäche der öffentlichen Investitionen, die im Quartalsvergleich um 3,9 % zurückgingen, spiegelt den natürlichen Abschluss großer Infrastrukturprojekte in mehreren Ländern wider. Dieser Trend könnte das künftige Wachstum belasten, sofern keine neuen Investitionsprogramme aufgelegt werden.

Marktreaktion

Australischer Dollar gegenüber wichtigen Währungen: 5 Min.

Overlay of AUD vs. Major Currencies Chart by TradingView

Überlagerung von AUD gegenüber den wichtigsten Währungen, Grafik von TradingView

Der australische Dollar, der schon vor der Veröffentlichung des BIP-Wachstums langsam höher geklettert war, hat nach den guten Zahlen überall zugelegt.

Innerhalb weniger Stunden nach der Bekanntgabe legte die Währung gegenüber dem japanischen Yen um etwa 0,40 % und gegenüber dem Schweizer Franken um 0,36 % zu. Der AUD stieg auch gegenüber dem Euro um 0,25 % und gegenüber dem britischen Pfund um 0,22 %, was das Vertrauen des Marktes in die Wirtschaftsdaten zeigt.